Kreis Pinneberg. Die Zahl der Arbeitslosen stagnierte im August. Im Kreis Pinneberg sind 10.451 Personen arbeitslos gemeldet – vier mehr als im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind es 169 Personen mehr (+1,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert zum Vormonat bei 5,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 5,6 Prozent betragen.
„Die Ferienzeit prägte den Arbeitsmarkt im August. Die Arbeitslosigkeit stagnierte, die Stellenmeldungen waren rückläufig. Saisonal ist dies eine übliche Entwicklung. Das Niveau des Vorjahres erreicht der Arbeitsmarkt aktuell nicht“, erklärt Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Elmshorn und weiter: „Schwung kommt üblicherweise nach der Sommerpause wieder in den Arbeitsmarkt. Viele Unternehmen nehmen dann ihre anstehenden Personaleinstellungen vor. Zudem beginnen in diesen Wochen wieder neue Ausbildungsverhältnisse und (duale) Studiengänge.“
Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen liegt aktuell 18 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Unternehmen im Kreis Pinneberg haben 1.924 sozialversicherungspflichtige Jobs zu besetzen. Die meisten Stellenangebote gibt es in der Fertigung, in der Verkehrs- und Logistikbranche, im Baugewerbe und im Handel. Dabei sind vor allem Fachkräfte gefragt: In 85 Prozent der aktuellen Stellenausschreibungen werden Arbeitskräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Studienabschluss gesucht.
„Eine Berufsausbildung bietet zahlreiche Vorteile. Sie reduziert das Risiko, arbeitslos zu werden oder längere Zeit ohne Beschäftigung zu bleiben. Der Verdienst liegt in der Regel höher, die ausgeübten Tätigkeiten sind oft interessanter und die Arbeitszufriedenheit größer. Vieles spricht dafür, einen Berufsabschluss zu erwerben, und dies gilt nicht nur für Menschen, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Auch für diejenigen, die bereits im Arbeitsleben stehen, kann eine weitere Qualifizierung oder ein Berufsabschluss neue Chancen eröffnen und die eigene Position am Arbeitsmarkt stärken. Das Jobcenter und die Arbeitsagentur beraten Arbeitslose, Beschäftigte und Unternehmen gerne zu den Möglichkeiten“, sagt Michaela Bagger.
Ausbildungsplatz gesucht? Jetzt noch Chancen nutzen
Für viele junge Menschen beginnt Anfang September der Einstieg ins Berufsleben. Gleichzeitig sind noch nicht alle Ausbildungsstellen im Kreis Pinneberg besetzt. Viele Betriebe sind weiterhin offen für Bewerbungen. Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels, der Logistik sowie Arztpraxen suchen weiterhin Nachwuchs. Im Handwerk werden beispielsweise Auszubildende für die Berufe Feinwerkmechaniker/in, Hörakustiker/in und Anlagenmechaniker/in gesucht. Auch kaufmännische Ausbildungsplätze, etwa im Versicherungswesen oder im Automobilbereich, sind noch zu finden.
„Wer bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sollte nicht aufgeben. Auch Kurzentschlossene können sich noch bewerben. Im September und Oktober entscheiden sich manche Betriebe kurzfristig auszubilden oder bereits besetzte Ausbildungsstellen werden wieder frei“, sagt Michaela Bagger. Ihr Tipp: „Wer flexibel in den Wünschen und mobil ist, hat die besseren Chancen. Möglichst direkt Kontakt aufnehmen – telefonisch, per E-Mail oder persönlich. Das kann schneller zum Ziel führen als eine Bewerbung auf dem üblichen Weg.“
Bislang meldeten sich 1.388 Ausbildungsplatzsuchende für den Ausbildungsstart 2026 bei der Berufsberatung im Kreis Pinneberg (-42 gegenüber Vorjahresmonat). Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte August noch 375 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 13 weniger als im August des Vorjahres.
Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 1.462 Ausbildungsstellen gemeldet (-31 gegenüber Vorjahresmonat). Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im August noch 424 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Das sind 31 mehr als vor einem Jahr.
Wenn es mit dem Ausbildungsplatz nicht klappt, kann eine Einstiegsqualifizierung (EQ) eine Alternative sein. Bei diesem betrieblichen Langzeitpraktikum können Jugendliche einen Beruf und einen Betrieb kennenlernen und praktische Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig verbessern sie damit ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zum nächsten Ausbildungsbeginn verbessern.
„Wir wollen möglichst viele junge Menschen und Ausbildungsbetriebe noch zusammenbringen. Deshalb setzen wir unser Beratungs- und Vermittlungsangebot auch nach dem Ausbildungsstart fort“, betont Michaela Bagger. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit hilft bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz und klärt gemeinsam mit den Jugendlichen die Fragen rund um Ausbildung, Studium und mögliche Alternativen.
Termine bei der Berufsberatung können kostenlos unter 0800 – 4 5555 00 oder über die Webseite www.mein-beruf.de vereinbart werden.
Die aktuellen Ausbildungsangebote sind in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de zu finden.
