So soll Kaltenkirchen in Zukunft aussehen
Kaltenkirchen. Am 18. November 2025 fand die Preisgerichtssitzung im europaweiten freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung der Kaltenkirchener Innenstadt statt. Das Preisgericht war mit acht Fachpreisrichterinnen und -richtern – überwiegend Landschaftsarchitektinnen und -architekten – sowie sieben Sachpreisrichterinnen und -richtern aus der Kommunalpolitik und einschließlich des Bürgermeisters, vollzählig besetzt. Nach ganztägig intensiver Beratung wurde der Siegerentwurf mit einem deutlichen Votum von 14:1 Stimmen gewählt. Dieser überzeugte durch klare Gestaltung, hohe Aufenthaltsqualität und nachhaltige Ideen. Der Siegerentwurf aus Köln setzt wichtige Impulse für eine lebendige, attraktive und zukunftsfähige Innenstadt.
„Alle eingereichten Pläne enthalten starke und überzeugende Elemente für die zukünftige Umsetzung. Der Siegerentwurf weist jedoch die größte Übereinstimmung mit den Zielen der Bürgerbeteiligung, den fachlichen Anforderungen und einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung auf“, erklärt Kathrin Schwanke, Fachbereichsleitung Tiefbau und Stadtplanung.
Die Platzierung:
1. GREENBOX Landschaftsarchitekten PartGmbB, Köln
2. KRAFT.RAUM. Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Düsseldorf
3. Bruun & Möllers GmbH & Co. KG, Hamburg
Das verantwortliche Siegerbüro aus Köln wird nach Beschlussfassung durch die städtischen Gremien voraussichtlich mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt. Die entsprechenden Vertragsverhandlungen sollen – vorbehaltlich der Beschlüsse des Bau- und Planungsausschusses am 24. November sowie der Stadtvertretung am 25. November – unmittelbar im Anschluss aufgenommen werden.
Hubertus Schäfer, Bürogründer und Inhaber des Siegerbüros GREENBOX Landschaftsarchitekten PartGmbH äußerte sich freudig ob der Bekanntgabe der Erstplatzierung und erkläre zum Entwurf seines Teams: „Mit unserem Leitmotiv „Blau-Grüne Vielfalt im Herzen der Stadt“ entsteht in Kaltenkirchen ein vernetztes, zukunftsfähiges Stadtzentrum, das öffentliche Räume, Grünstrukturen und Zugänge der Innenstadt zu einem stimmigen Gesamtbild verwebt. Der zentrale Rathausplatz bildet das Herzstück des neuen Stadtgefüges und vermittelt zwischen der Fußgängerzone und den Markt-, Garten- und Auftaktbereichen. Einheitliche Materialien, vielfältige Aufenthaltsangebote und klimaresiliente blau-grüne Elemente schaffen einen einladenden, vielseitig bespielbaren Stadtraum.
Vom Grünen Markt über den Rathausgarten bis hin zum Holstenplatz entwickelt sich ein Innenstadtensemble, das urbane Lebendigkeit und ökologische Qualitäten miteinander verbindet und zugleich verkehrliche Nutzungsansprüche integriert. So entsteht ein attraktiver Stadtraum mit einer starken eigenen Identität.“
Wettbewerb als Auftakt für umfassende Innenstadterneuerung
Die Stadt Kaltenkirchen führt die städtebauliche Gesamtmaßnahme „Innenstadt“ im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ durch, in welches Kaltenkirchen im Jahr 2019 aufgenommen wurde.
Der Wettbewerb markiert die erste große Maßnahme des Integrierten Entwicklungskonzeptes und setzt den Startpunkt für einen langfristigen Transformationsprozess in der Innenstadt, dessen Umsetzung sich über die kommenden 10 bis 15 Jahre erstrecken wird. Bund und Land beteiligen sich dabei mit jeweils bis zu einem Drittel der Kosten.
Der Wettbewerbsbereich umfasst u. a.:
· Holstenstraße & Holstenplatz
· Grüner Markt
· Am Markt, Kleiner Markt
· Teilabschnitt Königstraße
· Verlängerung Kirchenstraße
· „Rossmann-Parkplatz“
· Schulstraße
· Rathausgarten
Diese Bereiche weisen aktuell städtebauliche, freiraumgestalterische und funktionale Defizite auf. „Ziel ist es, einen zentralen, attraktiven und belebten Innenstadtraum zu schaffen – mit deutlicher Erhöhung der Aufenthaltsqualität, mehr Raum für Kultur und Außengastronomie, barrierefrei gestalteten Flächen sowie einer Stärkung des Rad- und Fußverkehrs", so Bürgermeister Stefan Bohlen. Darüber hinaus solle die Gestaltungen den Anforderungen an Klimaschutz und Klimafolgenanpassung entsprechen.
„Ich freue mich sehr über die vielen kreativen Ideen, die in diesem Wettbewerb zusammengekommen sind. Mein Dank gilt allen teilnehmenden Büros und den weiteren Beteiligten für ihren Einsatz und ihre Leidenschaft. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel gestalterisches Potenzial in unserer Innenstadt steckt“, sagt Stefan Bohlen abschließend.
Weiteres Vorgehen
Weiteres Vorgehen
Die Stadt Kaltenkirchen beabsichtigt – unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Preisgerichts, nebst einiger Überarbeitungshinweise und vorbehaltlich der politischen Beschlüsse – das Siegerbüro mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen. Sein Entwurf bildet die Grundlage für die umfangreiche bauliche Umsetzung der Innenstadterneuerung in den kommenden Jahren.
Die Siegerpräsentation sowie alle weiteren Entwürfe des Wettbewerbs können ab sofort im Rathaus der Stadtverwaltung Kaltenkirchen in einer Ausstellung besichtigt werden; Ausstellungszeitraum 26. November bis 15. Dezember 2025.
Veröffentlicht am 19.11.2025