Bad Bramstedt (em) Der Schulverband hat auf seiner Sitzung am 12. Juli Hitzhusens Bürgermeisterin Claudia Peschel in einem demokratischen Wahlverfahren zur Vorsitzenden gewählt. Auf Frau Peschel entfielen 15 der abgegebenen Stimmen. Die bisherige Vorsitzende Bad Bramstedts Bürgermeisterin Verena Jeske erhielt 3 Stimmen.
Es ist nachvollziehbar, dass das Wahlergebnis für Frau Jeske enttäuschend ist. Dass ein Teil der lokalen Presse in diesem Zusammenhang aber eine Dolchstoßlegende und damit heimtückisches Verhalten der gewählten Vertreter daraus schlussfolgert, ist absurd und für die Gewählte wie auch die Schulverbandsvertreter ehrverletzend. Das Recht der Schulverbandsvertreter auf freie Wahlentscheidung wird somit in Frage gestellt. Es gibt in der Demokratie keinen Rechtsanspruch auf Wiederwahl.
Bürgermeisterin Jeske gibt an, erst unmittelbar vor der Wahl von einer weiteren Bewerbung erfahren zu haben und somit vollkommen überrascht gewesen zu sein.
An dieser Aussage sind erhebliche Zweifel angebracht. Die Fraktionsvorsitzenden der in der Stadtvertretung vertretenen Fraktionen hatten Kenntnis davon, dass es eine weitere Bewerbung geben würde. Es bleibt die Frage, weshalb die SPD-Fraktion, zu der die Kandidatin für das Amt seit Jahren eine sehr enge Bindung hat, sie nicht informiert haben soll.
Zudem, wer die „Zusammenarbeit“ von Frau Jeske mit den Gremien des Schulverbandes, speziell mit den Amtsbürgermeisterinnen und Amtsbürgermeistern, in den vergangenen Jahren verfolgt hat, dürfte von der Möglichkeit einer Gegenkandidatur nicht gänzlich überrascht worden sein.
Frau Jeske hat Mehrheitsbeschlüsse des Verbandes in der Vergangenheit, Stichwort Nutzung der Räumlichkeiten der ehemaligen Grundschule in Weddelbrook zögerlich bis widerwillig und mit großer zeitlicher Verzögerung umgesetzt. Die Umsetzung erfolgte erst nach mehrmaliger Aufforderung der Schulverbandsvertretung und des Haupt- und Finanzausschusses.
Die Planungen für die dringend notwendige Erweiterung der Grundschule Maienbeek ruhen, weil Frau Jeske dem Auftrag zur Sondierung von Grundstückskäufen bislang nicht abschließend nachgekommen ist.
Um es auf dem Punkt zu bringen, die deutliche Mehrheit der Schulverbandsvertreter war mit der Arbeit der ehemaligen Vorsitzenden des Schulverbandes und ihrem Umgang mit ihnen unzufrieden und hat dies jetzt mit der Wahlentscheidung final zum Ausdruck gebracht.
Wenn eine solche Entscheidung nach mehr als 50 Jahren Verbandsarbeit getroffen wurde, muss der Frust und Unmut bei den Beteiligten groß gewesen sein.
Frau Jeske sieht die Schuld für Kritik an ihrer Arbeit, fast ausschließlich beim Ehrenamt. Und vermittelt es so auch der Öffentlichkeit. Es fehlt ihr leider jedes Maß an Selbstreflektion.
Foto: Fraktionsvorsitzender der CDU Bad Bramstedt Volker Wrage gratuliert Claudia Peschel, Bürgermeisterin von Hitzhusen zur Wahl