Ein wichtiger Meilenstein im Moor für den Klimaschutz ist geschafft: Im Grotmoor in der Nähe von Kaltenkirchen hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein den zweiten Bauabschnitt zur Wiedervernässung erfolgreich abgeschlossen – gemeinsam mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten als Flächeneigentümerin sowie ihren weiteren Partner*innen baggerten die Moor-Expert*innen dort für knapp zwei Jahre.
Seit dem Winter 2025 wurden Gräben und Drainagen zurückgebaut. Die neu errichteten Torfwälle halten jetzt das Wasser im Moor zurück. Das schafft die Voraussetzungen dafür, dass sich die Natur auch hier entwickeln kann.
Vor mehr als 100 Jahren wurde das Grotmoor trockengelegt, jetzt sind weitere 96 Hektar des Moores wieder nass. Künftig werden dadurch jedes Jahr rund 1.200 Tonnen CO₂ weniger freigesetzt. Diese Einsparung wird jährlich erzielt und leistet damit dauerhaft einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz des Landes Schleswig-Holstein.
Finanziert wird der zweite Bauabschnitt über den Verkauf von MoorFutures®-Zertifikaten. Mit diesen freiwilligen Zertifikaten können Unternehmen und Privatpersonen die Wiedervernässung von Mooren unterstützen und so direkt vor ihrer Haustür in regionale Klimaschutzprojekte investieren.
Wiedervernässung: Ein Gewinn für die Artenvielfalt und die Region
Gleich nebenan – auf den 73 Hektar des ersten Bauabschnitts – sind schon erste Erfolge der Wiedervernässung aus dem Winter 2022/23 sichtbar: Das Wasser bleibt nach ergiebigen Regenfällen in der Fläche und seltene Tierarten wie Moorfrosch und Kranich haben das Gebiet zurückerobert. Auch typische Moorpflanzen wie beispielsweise die Torfmoose wachsen dort wieder.
„Wie kleine Helden mit Superkräften filtern die Torfmoose den Klimakiller CO2 aus der Atmosphäre und speichern es als Kohlenstoff langfristig im Moor. Solange der Boden nass ist, und dafür sorgen wir.“ erklärt Projektleiter Janis Ahrens von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.
Und damit nicht genug, die Wiedervernässung beider Teilflächen hat noch einen Vorteil: Das Wasser bleibt länger in der Landschaft. Das Moor puffert also starke Niederschläge und Trockenperioden ab, denn es wirkt wie ein Schwamm, der das Wasser zunächst aufnimmt und dann langsam wieder an die Umgebung abgibt. Damit leisten die wiedervernässten Moore auch einen wichtigen Beitrag zur Klimafolgenanpassung und stärken die Widerstandsfähigkeit der Landschaft gegenüber Wetterextremen. Die positiven Effekte kommen damit nicht nur der Natur zugute, sondern auch den Menschen in der Region.
Dritter Bauabschnitt bereits in Vorbereitung
Und die Renaturierung geht weiter: Bereits jetzt wird der dritte Bauabschnitt auf einer Fläche von etwa 38 Hektar vorbereitet. Anfang August unterzeichneten die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein und die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten eine Vereinbarung, um ihre erfolgreiche Zusammenarbeit in dem Moor fortzusetzen. So wird das Grotmoor Stück für Stück wieder zu einem intakten Moor, das seinen Beitrag für das Klima, den Artenschutz und als Wasserspeicher leisten kann. Die Erfolge der bisher vernässten Teile zeigen, welches Potenzial in der Wiedervernässung von Mooren steckt und wie gemeinsames Engagement für den Klimaschutz vor Ort nachhaltige Veränderungen schaffen kann.
„Der Abschluss des derzeit größten Moorschutzprojekts auf den Flächen der Landesforsten ist neben der Waldmehrung und der Entwicklung naturnaher, klimafitter Wälder ein weiterer wichtiger Baustein für den biologischen Klimaschutz im Land und ein Leuchtturmprojekt für erfolgreiche Kooperation im Naturschutz. Wir blicken mit Optimismus auf die Fortführung der Arbeiten im Grotmoor und freuen uns auf die nächsten Projekte in den zahlreichen Mooren der Landesforsten,“ sagt Dr. Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.
