Kaltenkirchen. „Singing all together“ - mit diesem musikalischen Aufruf des schwedischen Komponisten Thord Gummesson eröffnete der chor’82 das Konzert in der Kaltenkirchener Michaeliskirche, zu dem er am Sonntag, den 19. April, drei weitere Chöre aus der Region eingeladen hatte.
Und sie waren gekommen: die „Liedertafel Boostedt“ von 1948 e.V., der Gesangverein „Frohsinn“ von 1875 aus Wakendorf II und der Chor „Einigkeit Wittorf“, um einen ganz besonderen musikalischen und in jeglicher Hinsicht bunten Abend zu gestalten. Dafür sorgten auch optisch die farbenfrohen und fantasievollen Outfits der Sängerinnen und Sänger.
Jeder der vier Chöre war frei, sein individuelles Programm vorzutragen, und so begann der „chor’82“ als Gastgeber unter der Leitung von Michel Preiß mit bekannten Melodien der Rolling Stones, ABBA und der Münchener Freiheit, kontrastiert von einem südafrikanischen Song in Zulusprache.
Die zahlreichen und stimmgewaltigen Sängerinnen und Sänger der „Liedertafel Boostedt“ unter der Leitung von Manfred Braun präsentierten Stücke, die emotional sehr berührten, u.a. mehrere von Hans-Georg Wolos (dem ehemaligen Leiter des Holsteinchores). Nach dem Lied „Frieden auf dieser Welt“ übergab Manfred Braun den Taktstock an Chorleiterin Hjördis Rump des Gesangvereins „Frohsinn“ aus Wakendorf II. Mit viel Temperament und Körpereinsatz brachte die Chorleiterin ihren kleinen, aber feinen Chor zum Klingen: sein Vortrag umfasste volkstümliche Lieder, Gospel und Schlager und endete mit einem vierstimmigen altbekannten Kanon, den alle Zuhörer in der Kirche mitsangen. Die Begeisterung des Publikums kannte keine Grenzen.
Den letzten Teil des Konzertes bestritt der Chor „Einigkeit Wittorf“ unter der Leitung von Martin Werner. Sein Programm war das umfangreichste und stellte einen Querschnitt durch viele musikalische Genres dar, vom Spiritual über Volkslieder bis zu Songs der Moderne (hier seien die Puhdys, Karat und Elton John erwähnt), aber auch Robert Schumann und das bekannte Lied „Die Gedanken sind frei“. Auf ungewöhnliche Weise verabschiedete sich der Chor mit einem Stück von Elton John, das erst geflüstert, dann immer lauter gerufen wurde: „Hakuna Matata“ (Es gibt keine Probleme, mach dir keine Sorgen!) - aus dem Musical „König der Löwen“.
Moderiert wurde das Konzert in gewohnt lockerer Art von Michel Preiß, der den Ablauf des Abends professionell organisiert hatte. Aber auch die anderen Chorleiter präsentierten ihre Chöre und ihr Programm für die Zuhörerschaft informativ und humorvoll. Thematisch schwang während des gesamten Konzertes der Wunsch nach Frieden mit, und so endete dieser musikalische Abend mit dem Kanon „Da pacem, Domine“ aus dem 17. Jh. von Melchior Franck, gemeinsam gesungen von allen 127 Sängerinnen und Sängern der vier Chöre. Ein beeindruckender Abschluss für ein nicht alltägliches Konzert. Text: Ursula Kuckuk
