Norderstedt (em) Bereits zum vierten Mal laden der Seniorenbeirat Norderstedt, das Hausarztnetz Nord sowie das Albertinen-Krankenhaus in Hamburg-Schnelsen zum „Norderstedter Gesundheitsgespräch“ ein. Die beliebte Veranstaltungsreihe greift bewusst Gesundheitsthemen auf, die insbesondere ältere Menschen angehen und wird dieses Mal den Schlaganfall unter die Lupe nehmen. Stadtpräsidentin Kathrin Oehme wird ein Grußwort auf der Tagung am 6. November im Norderstedter Rathaus sprechen.
Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Allein in Hamburg treten jährlich fast 10.000 Schlaganfälle auf mit zum Teil dramatischen Folgen für die Betroffenen. „Beim Schlaganfall zählt jede Minute, umso wichtiger ist es, diesen zu erkennen und dann sofort einen Rettungswagen zu rufen“, erklärt Dr. Bernd Mansfeld, einer der drei Geschäftsführer des Hausarztnetzes Nord. „Typische Symptome sind etwa eine plötzlich auftretende Lähmung, Gleichgewichts- und Sehstörungen oder Schwierigkeiten beim Sprechen.“
Ein Schlaganfall verursache keine Schmerzen, weshalb den Symptomen oftmals wenig Bedeutung geschenkt würde und die Betroffenen auf Besserung hofften. „Eine fatale Fehleinschätzung“, so Mansfeld, „die unter Umständen das Leben kosten kann.“ Auf der Veranstaltung wird der hausärztliche Internist Dr. Fabian Paul die Risikofaktoren, darunter auch das Vorhofflimmern des Herzens, Ursachen und Symptome vorstellen,. „Es gilt, die Risikofaktoren zu minimieren und somit einen Schlaganfall möglichst im Vorwege zu verhindern. Dazu wollen wir mit der Veranstaltung einen Beitrag leisten“, so Mansfeld weiter. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin Dr. Annegret Laporte wird darüber aufklären, wie es nach dem Schlaganfall weiter geht.
Was passiert in der Klinik bei der Behandlung des akuten Schlaganfalls? Privatdozent Dr. Michael Rosenkranz, neuer Chefarzt der Klinik für Neurologie im Albertinen-Krankenhaus wird in der Veranstaltung die modernen Behandlungs- und Versorgungskonzepte des akuten Schlaganfalls vorstellen. „Beim Schlaganfall bleiben nur bis zu viereinhalb Stunden Zeit, um ein evtl. Gerinnsel, das ursächlich ist für den Verschluss hirnversorgender Arterien, wieder aufzulösen. Dies geschieht in der Regel medikamentös, mit Hilfe der sog. Thrombolyse.“ Blieben aber die Gehirnzellen über einen längeren Zeitraum unterversorgt, so würden diese absterben und dadurch schwere Schäden zurückbleiben. „Time is brain Zeit ist Gehirn“, so der Schlaganfall-Experte, „in den ersten Stunden entscheidet sich, ob der Patient den Schlaganfall weitgehend unbeschadet übersteht.“ Die Versorgung von Schlaganfällen erfolgt in Hamburg in extra darauf spezialisierten Schlaganfalleinheiten, den sog. Stroke Units. Das Albertinen-Krankenhaus verfügt seit vielen Jahren über eine solche Einheit, die wiederholt von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Stiftung Schlaganfall-Hilfe zertifiziert wurde.
Als zweiter Referent aus dem Albertinen-Krankenhaus wird Dr. Lars Kock als Chefarzt der Klinik für Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie über einen wesentlichen Risikofaktor bezüglich des Schlaganfalls sprechen: die verengte Halsschlagader. „Gefahr erkannt Gefahr gebannt, das gilt auch für eine verengte Halsschlagader“, so der Chirurg. „Wird im Ultraschallbild deutlich, dass eine deutliche Verengung vorliegt, so muss diese behandelt werden, um einem Schlaganfall vorzubeugen.“ Verengungen der Gefäße entstehen im Laufe des Lebens durch die sog. Arteriosklerose (umgangssprachlich: Verkalkung), also Ablagerungen von sog. Plaques in den Gefäßwänden.
Frau Angelika Kahlert, Vorsitzende des Seniorenbeirates ist stolz auf die Kooperation mit dem Hausarztnetz Nord und dem Albertinen-Krankenhaus. „Ich weiß aus vielen positiven Rückmeldungen, dass die Veranstaltungsreihe bei den Norderstedterinnen und Norderstedtern sehr gut ankommt und gerne besucht wird.“ Wie in der Vergangenheit so wird die Veranstaltung auch dieses Mal mit einem Imbiss für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschlossen, bei dem die Referenten und weitere Ärzte aus dem Hausarztnetz Nord für Nachfragen zur Verfügung stehen. Patient trifft Arzt ein Angebot, das sicherlich auch dieses Mal wieder sehr rege in Anspruch genommen werden wird. Auch diesmal wird „Der Hörladen“ in Norderstedt kostenfrei eine induktive Hörschleife im Plenarsaal installieren, um Hörbehinderten mit einer entsprechenden Hörhilfe ein störungsfreies Verfolgen der Vorträge ohne Nebengeräusche zu ermöglichen.
Die Veranstaltung findet statt am 6. November, im Plenarsaal des Norderstedter Rathauses, Rathausallee 50 in 22846 Norderstedt. Beginn ist 18 Uhr, das Ende der Veranstaltung ist 21 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.