Auf einer kleinen Insel tröten die Kraniche, weiter hinten läuft das scheue Rotwild vorbei und nur wenige Meter entfernt sitzen und blubbern die Moorfrösche am Wasserrand: Der Blick auf das renaturierte Grotmoor im Kreis Segeberg ist atemberaubend. Mit der Eröffnung des Aussichtshügels am 11. März 2026 inmitten dieser Moorschönheit ist sie jetzt für alle Interessierten erlebbar.
Von der kleinen Anhöhe ist das Moor in seiner ganzen Pracht zu überblicken. So lässt sich von dort oben sehen, wie schnell sich das Moor regeneriert hat. Schon drei Jahre nach der Vernässung des ersten Abschnitts sind viele Tiere und Pflanzen zurück. Moorfrosch, Kranich, Ringelnatter und zahlreiche Libellenarten, wie der Vierfleck, sind zu entdecken. Auch die ersten Torfmoose haben sich auf den Wasserflächen breit gemacht. Das sind die Wunderpflanzen, die das Moor wieder wachsen lassen, CO2 aus der Atmosphäre filtern und bei Nässe dauerhaft binden.
Den Ausguck-Hügel haben die großen Bagger bei den Bauarbeiten zur Wiedervernässung gleich mit aufgeschüttet. Oben auf dem Hügel schützt eine Reihe von Baumstämmen die scheuen Tiere vor zu viel Störung durch sich bewegende Besucher*innen. Der Palisadenzaun wurde aus Bäumen errichtet, die für den Umbau des Moores weichen mussten.
Bevor man auf den Hügel steigt, informiert unten an der Rampe ein großes Infoschild Besucher*innen über Geschichte und Entstehung des Grotmoors, welche Tiere und Pflanzen hier leben und wie das ehemals entwässerte Moor für den Klimaschutz umgebaut wurde. Auch ein Rundweg von 7,3 Kilometern ist eingezeichnet und über einen QR-Code lässt sich am Handy die Weite des Moores von oben mit einem Drohnenflug erleben.
Der Aussichtshügel und die Infotafel wurden direkt an einem gerne zum Gassi-Gehen oder mit dem Rad genutzten Weg platziert, aber am Rande des Gebiets, sodass die Natur im größten Teil des Moores ungestört bleibt hat. Eine zweite, identische Tafel wird an anderer, ebenfalls gut frequentierter Stelle aufgestellt, sobald der zweite Bauabschnitt fertiggestellt ist.
Finanziert durch den Freundeskreis der Stiftung Naturschutz
Die Informationstafeln werden vom Freundeskreis der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein finanziert. In der Organisation finden sich engagierte Menschen zusammen, die sich zum Beispiel bei der Handmahd von Orchideenwiesen für die heimische Natur einsetzen oder wie im Grotmoor der breiten Bevölkerung den Wert von Artenvielfalt näherbringen. Auch am Aussichtshügel legten die Freunde vor der Eröffnung letzte Hand an und halfen bei der Verteilung von Holzhackschnitzeln auf dem Weg.
Vorständin des Freundeskreises ist Sandra Redmann. Sie erläutert, warum sich der Freundeskreis im Grotmoor engagiert: „Der Blick über das renaturierte Moor ist erstmal wunderschön und weckt das Interesse an der Natur. Wir wollen mit den beiden Infotafeln Wissen über die Bedeutung solcher seltenen Lebensräume vermitteln und die Besuchenden so für den Naturschutz zu gewinnen. Denn nur was die Menschen kennen und lieben, dafür setzen sie sich auch ein.“
Weiter Informationen zum Freundeskreis gibt es unter www.freundeskreis-naturschutz.de
Erreichbarkeit des Aussichtspunkts
Zum Aussichtshügel kommt man über den Birkenweg, der von der Dorfstraße in der Gemeinde Heidmoor abzweigt. Wer mit dem Auto kommt, lässt dieses am besten direkt an der Abzweigung stehen und geht 1 Kilometer bis zum Hügel zu Fuß, da der Spurplattenweg sehr uneben ist.
