Bad Segeberg. So schnell ist man zurück im Wilden Westen: Im Vorjahr gab Alexis Kara sein Debüt in Bad Segeberg – und das Karl-May-Publikum liebte den raffinierten Quacksalber Dr. Jefferson Hartley. Als es nun galt, für „Im Tal des Todes“ die Rolle des mexikanischen Rechtsanwalts Don Fernando zu besetzen, klingelte schon bald bei ihm das Telefon. Jetzt muss er sich den ellenlangen Namen merken, den Karl May einst ersonnen hat: Don Fernando de Venango e Colonna de Molynares de Gajalpa y Rostredo.

Alexis Karas Karl-May-Karriere begann übrigens in der Komödie Winderhuder Fährhaus in Hamburg. Dort wirbelte er nur so über die Bühne, warf seine Perücke in hohem Bogen von sich, streifte flugs sein Kostüm ab und schlüpfte in ein neues. In der turbulenten Komödie „Sherlock Holmes: Der Fall Moriarty“ spielte er sage und schreibe zwölf (!) Rollen: vom Meisterverbrecher persönlich über den betrunkenen Schaffner bis hin zum arg kurz geratenen Inspektor Lestrade, für den er auf Knien ging. Die Zuschauer waren hingerissen – und das Team der Kalkberg GmbH im Publikum auch. 

Alexis Kara sammelte schon während seiner Studiums der Rechtswissenschaften in Hildesheim, Bonn und Göttingen erste Bühnenerfahrungen – unter anderem im Jungen Theater Göttingen und am Theater im OP, dem größten Studententheater Deutschlands, in einem ehemaligen Schauoperationssaal. Seither operiert Alexis Kara quasi am offenen Lachmuskel seiner Zuschauer – und wenn sich irgendwo ein Gag versteckt, dann weiß Alexis Kara ganz genau, wie er ihn aus der Deckung lockt. 

In der Rolle des „Dennis Knossalla“ gehört der Schauspieler seit 14 Jahren zum Team der „Heute-Show“ um Oliver Welke im ZDF. Mit dem Ensemble gewann er dreimal den Deutschen Comedy-Preis, außerdem den Bambi, die Goldene Kamera und den Deutschen Fernsehpreis. Er arbeitete mit deutschen Comedygrößen wie Bastian Pastewka, Anke Engelke und Kaya Yanar in Shows wie „Sehr witzig“, „Jetzt wird’s schräg“, „Durchgedreht!“ und der Reihe „Pastewka“. Alexis Kara stand auch schon im „Quatsch Comedy Club“ auf den Brettern, die das Lachen bedeuten. 

Improvisation ist ihm wichtig. Kein Wunder also, dass ihm der „Goldene ImproStern“ verliehen wurde.  Er war zehn Jahre Ensemble-Mitglied des Improvisationstheaters Bonner Springmaus und Mitbegründer des Improvisationstheaters Comedy-Company. Außerdem trat er an der berühmten Komödie am Kurfürstendamm in Berlin auf und gestaltete zahlreiche Hörspiele und -bücher als Sprecher – zum Beispiel den Francis-Durbridge-Krimi „Paul Temple und der Fall Geoffrey“ mit Bastian Pastewka. 

Foto: Gilli Alfeo