Bad Segeberg. Die Senioren-Union Segeberg nimmt auch Stellung zum 9. Altersbericht der Bundesregierung. Trotz der fachlichen Tiefe des Berichts kristallisiert die Kreisvorsitzende der Senioren-Union Segeberg, Ursula Michalak - wie auch der Bundesvorsitzende Hubert Hüppe - eine zentrale Kritik heraus: Die Absicht der Analyse ist zweifellos gut, doch ohne die direkte Einbindung altersgemäßer Betroffener in der Kommission bleibt das Ergebnis hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Gute Analyse – mangelhafte Beteiligung
Grundsätzlich wird der 9. Altersbericht als wichtiger Beitrag zur Analyse der Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland gewürdigt. Er beschreibt zutreffend die Herausforderungen des demografischen Wandels, wie die steigende Zahl Hochaltriger und die Bedeutung gesellschaftlicher Teilhabe. Doch die Senioren-Union warnt: Wenn über Teilhabe gesprochen wird, ohne die Betroffenen selbst an den Tisch zu holen, geht wertvolle Kompetenz verloren.
„Nichts über uns ohne uns! Ein Altersbericht, in dem die Betroffenen nur am Rande vorkommen, ist kontraproduktiv und ignoriert die reale Lebensexpertise der älteren Generation“, betont Michalak.
Fokus auf reale Lebensfragen statt falscher Prioritäten
- Soziale Sicherheit: Sicherung des Alterseinkommens und bezahlbare Pflege.
- Infrastruktur: Barrierefreier Wohnraum sowie eine verlässliche medizinische Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum.
- Mobilität: Sicherstellung der Teilhabe durch moderne Verkehrskonzepte.
Forderung an die Politik
Der demografische Wandel ist eine der größten Zukunftsaufgaben. Alterspolitik muss daher zwingend als Gesellschafts- und Generationenpolitik verstanden werden, die regionale Unterschiede zwischen Ost und West sowie Stadt und Land berücksichtigt.
Mit Blick auf den kommenden 10. Altersbericht unter der neuen politischen Führung durch Ministerin Karin Prien zeigt sich die Senioren-Union erwartungsvoll: Man gehe fest davon aus, dass die Stimme der Älteren künftig nicht nur gehört, sondern aktiv in die Erarbeitung einbezogen wird. Nur so kann eine Politik entstehen, die Generationengerechtigkeit und soziale Sicherheit gleichermaßen stärkt.
Foto: Ursula Michalak
