Bad Segeberg (em) Ob Hand- oder Hosentasche, Sport- oder Anzugjacke: in fast jeder Tasche steckt als täglicher Begleiter ein modernes Handy oder Smartphone. Zu Weihnachten wurden sie millionenfach verschenkt. Das alte Handy ist überflüssig, kann jedoch Gutes bewirken, wenn es in den Sammelboxen auf den WZV-Recyclinghöfen landet.

Es braucht ein paar Tage bis das neue Handy so eingerichtet ist, dass es einwandfrei und auf Tastendruck funktioniert: private und geschäftliche Kontakte, Lieblingsnachrichten, Klingeltöne und Nachrichtenklänge müssen angepasst, Navigationsdaten übertragen werden. Erst danach hat das alte Handy wirklich ausgedient. Bevor es aus dem Blickfeld gerät und, wie geschätzte 60 bis 120 Millionen Handys auch, in einer Schublade verschwindet, ist es besser auf einem der WZV-Recyclinghöfe aufgehoben. Dort gibt es Sammelboxen, die der Martin-Meiners-Förderverein für Jugend- und Umweltprojekte aufgestellt hat.

Alle dort abgegebenen Handys werden der Betreuungsstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) auf dem Koppelsberg in Plön übergeben. Von dort werden die Althandys an den Hersteller T-Mobile geschickt. Dieser spendet für jedes Handy 1,50 Euro an die Deutsche Umwelthilfe, die damit Renaturierungsprojekte finanziert. Weitere 1,50 Euro pro Handy gehen an das FÖJ in Schleswig-Holstein und kommen 150 jungen Menschen zu Gute, die sich ein Jahr lang im Umwelt- und Naturschutz engagieren. Handyrecycling ist zudem ein Beitrag zum Schutz von Ressourcen. Jedes Handy ist eine Quelle für Gold, Silber, Kupfer, Seltenen Erden Rohstoffe deren Vorräte immer knapper werden. Eine Tonne Handy enthält rund 240 Gramm Gold; um fünf Gramm aus einer Goldmine zu gewinnen, muss eine Tonne Erz verarbeitet werden.

Die WZV-Recyclinghöfe in Tensfeld, Bad Segeberg, Schmalfeld und Norderstedt haben im Rahmen eines Modellversuchs montags bis freitags eine Stunde länger auf: von 8 bis 17 Uhr. Am Samstag ist von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Die Sammelboxen für Handys stehen gleich an den Eingangsgebäuden.
Foto: Schwere Fracht: drei blaue Tonnen voller Handys für das Freiwillige Ökologische Jahr Schleswig-Holstein. Da müssen Henrike Albers (li) und Janosch Lienau (re), Praktikanten auf dem Recyclinghof Bad Segeberg und FÖJ-ler Sebastian Kinne kräftig zu packen.