Die Herbstbelebung des Arbeitsmarktes bleibt trotz Ferienzeit spürbar. Die Arbeitslosenzahl ist im Oktober gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,0 Prozent. Ein zurückhaltender Stellenmarkt macht die Jobsuche anspruchsvoller. Gleichzeitig ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Kreis Segeberg leicht gesunken. Auch in einem verhaltenen Arbeitsmarkt gibt es Chancen – besonders dann, wenn Menschen ihre Möglichkeiten aktiv nutzen und bei Bedarf neue berufliche Wege einschlagen. 

„Der Oktober brachte in diesem Jahr nur eine leichte Erholung am Arbeitsmarkt im Kreis Segeberg. In Ferienzeiten werden weniger Bewerbungsgespräche geführt und Einstellungen häufig auf die Zeit danach verschoben“, erklärt Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Elmshorn und führt weiter aus: „Für Menschen, die eine neue Stelle suchen, kann es derzeit etwas länger dauern, bis es zu einer passenden Beschäftigung kommt. Trotzdem wäre es falsch, den Arbeitsmarkt nur durch die Brille einer schwächeren Konjunktur zu betrachten. Es gibt weiterhin Betriebe, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dringend suchen. Entscheidend ist, die eigenen Möglichkeiten zu kennen und sie gezielt zu nutzen.“ 

Die Personalnachfrage der Unternehmen ist im Oktober zurückgegangen. Vor allem Fachkräfte bleiben dennoch gefragt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl der offenen Stellen nur geringfügig niedriger. Die meisten Stellenangebote gab es im Kreis Segeberg in der Fertigung, der Logistik, im Gesundheitswesen und im Handel. 

Die Zahl der Beschäftigten ist im zweiten Monat in Folge rückläufig. Im Kreis Segeberg waren im April 2026 insgesamt 98.847 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 431 Personen oder 0,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 

Weniger Menschen arbeiten insbesondere in den Bereichen Handel, Kfz-Gewerbe, Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe und in der Arbeitnehmerüberlassung. In einigen Bereichen wie Sozial- und Gesundheitswesen, Dienstleistungsgewerbe und Verwaltung ist die Beschäftigtenzahl hingegen gewachsen. 

Der Arbeitsmarkt befindet sich durch Digitalisierung, Demografie und Nachhaltigkeitsziele in einem deutlichen Wandel. Dabei sind die Branchen und Berufsfelder unterschiedlich betroffen. 

„Nicht immer führt nach einer Phase der Arbeitslosigkeit der direkte Weg zurück in den bisherigen Beruf. Manchmal eröffnet erst ein zweiter Blick auf die eigenen Fähigkeiten neue Perspektiven. Eine Weiterbildung, eine zusätzliche Qualifikation oder die Bereitschaft, sich beruflich neu zu orientieren, können entscheidende Schritte sein. Niemand muss diese Fragen allein beantworten“, betont Bagger. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter beraten Menschen, die eine neue Beschäftigung suchen oder sich beruflich weiterentwickeln möchten. Gemeinsam lässt sich prüfen, welche Möglichkeiten zum individuellen Profil passen und welche Qualifizierungen den Einstieg in eine neue Tätigkeit erleichtern können.