Bad Segeberg. Mit großem Interesse verfolgt die Senioren Union Bad Segeberg die aktuelle Positionierung vieler Politiker zur Beibehaltung bzw. zum Schutz des Renteneintrittsalters von 63 Jahren. Auch wenn der Verband das Engagement für die Arbeitnehmerrechte schätzt, widerspricht er der Ausgestaltung dieses Rentenzugangs entschieden.

Nach Auffassung der Senioren Union Bad Segeberg ist ein fixes Alter von 63 Jahren nicht das gerechte Maß für den verdienten Ruhestand. Der Fokus sollte vielmehr auf der individuellen Lebensarbeitszeit liegen.

Gerechtigkeit durch erbrachte Leistung und Eigenverantwortung

Der Verband spricht sich für ein Modell aus, das zwei Grundprinzipien miteinander verbindet: Wer bereits mit 15 Jahren ins Berufsleben einsteigt, sollte nach einer entsprechenden Anzahl an Beitragsjahren – also spätestens mit 60 Jahren – abschlagsfrei in die verdiente Rente gehen können. Im Gegenzug sei es nur folgerichtig, dass Personen, die erst deutlich später in den Arbeitsmarkt eintreten, auch über das 63. Lebensjahr hinaus arbeiten müssten, um eine vergleichbare Lebensleistung zu erbringen.

Dass ein solches Modell der Lebensarbeitszeit in der Bevölkerung auf Zustimmung stößt, habe die Senioren Union Bad Segeberg in verschiedenen Diskussionen erlebt. Es werde von vielen als gerecht empfunden. Jede und jeder könne selbst entscheiden, wie lange er oder sie arbeite – und bestimme damit auch die Höhe der persönlichen Rente. Wer länger einzahle, erhalte mehr; wer früher gehe, erhalte Rentenleistungen entsprechend seiner oder ihrer Lebensarbeitszeit.

Ein starres Festhalten an der „Rente mit 63" bevorzuge hingegen oft diejenigen mit kürzeren Beitragsbiografien. Wahre soziale Gerechtigkeit sei nur zu erreichen, wenn die Dauer der Einzahlung höher gewichtet werde als das biologische Alter.

Die Senioren Union Bad Segeberg appelliert daher an die politischen Entscheidungsträger, dieses Modell in ihre Überlegungen einzubeziehen, um eine faire Lösung für alle Generationen und Berufsgruppen zu schaffen.