Bad Segeberg. Sascha Hödl hat diesmal ein bisschen mehr Lampenfieber als sonst. Denn auch wenn er seit über 20 Jahren auf Karl-May-Bühnen zu Hause ist, feiert er eine persönliche Premiere: Zum ersten Mal spielt er einen Weißen. Ansonsten war er – von Stunts abgesehen – immer als indianischer Krieger oder Häuptling unterwegs. Als Desperado Juanito Alfarez zählt er nun zu den Bösewichtern bei „Im Tal des Todes“.
Sascha Hödl liebt und lebt Karl Mays Wilden Westen schon seit Kindertagen. Der Österreicher hat bereits in seinem Heimatland auf der Bühne in Winzendorf gespielt und gehört nun zum achten Mal in Folge zum Ensemble in Bad Segeberg. Um sich auf den neuen Schauplatz Mexiko einzustimmen, reiste er im Frühjahr dorthin.
Dass Sascha Hödl heute Schauspieler ist, hat viel mit Pierre Brice zu tun. Bei der Einweihung der Westernstadt „No Name City“ traf er als Kind den legendären Film-Winnetou – und er ermutigte den jungen Sascha, Schauspieler zu werden. Gesagt, getan. In Winzendorf arbeitete er sich vom Komparsen zum Winnetou hoch, den er fünf Sommer lang verkörperte. Er ging bei ungarischen und französischen Stuntprofis in die Lehre. Außerdem studierte Sascha Hödl am Performing Center Austria und ließ sich zum Musicaldarsteller ausbilden. Seine Stimmlage ist Tenor. Beim Musical „Zorro“ sorgte er für die Stunt- und Fechtchoreografie und spielte den Titelhelden in der österreichischen Uraufführung. Auch im Musical „Die Schöne und das Biest“ und in Theaterstücken wie „Woyzeck“, „Maria Stuarda“ und „King Arthur“ war er zu erleben.
2018 wechselte er an seine Traumbühne nach Bad Segeberg. Er fing im Stunt-Team an, war aber sehr bald auch in Sprechrollen zu erleben. Beim Live-Hörspiel „Winnetou – Das Gold der Rocky Mountains“ spielte er 2021 den Winnetou – und übernahm diese Rolle vertretungsweise auch 2022 in zwölf Vorstellungen auf der Freilichtbühne.
Sascha Hödl gastierte an den Staatsopern in Wien und Berlin, ging mit den Luisenburg-Festspielen („Alter was’n los”) auf Tour und wurde im Komödienklassiker „Avanti Avanti” als italienischer Schwerenöter Baldo zum Publikumsliebling. Ebenfalls an der Seite von Stefanie Hertel trat er „Ganz Paris träumt von der Liebe“ auf.
Aktuell bereitet er für Frühjahr 2027 eine Tournee mit einer spektakulären „Dracula“-Inszenierung vor. Sascha Hödl hat das Bühnenstück geschrieben, führt Regie und wird auch selbst auf der Bühne stehen. Den blutsaugenden Fürsten der Finsternis kennt er sehr gut. Er tritt ihm seit Jahren immer im Herbst in der Hauptrolle des „Jonathan Harker“ bei Aufführungen auf Burg Lockenhaus in der Nähe von Wien entgegen.
Foto: Sabrina Praszkowski
