Im Ratssaal der Gemeinde Henstedt-Ulzburg stehen Menschen mit Hörbeeinträchtigung Unter­stütz­ungs­systeme zur Verfügung, die barrierefreies Hören und umfassende Teilhabe an Veranstaltungen er­mög­li­chen. Zwei mobile Sets aus Kopfhörern und Empfängern können vor den Sitzungen ausgeliehen werden. Sie bieten eine flexible Lösung für Gäste ohne eigenes Hörgerät, da sie den Ton der Mikrofonanlage klar und direkt übertragen. Ebenso ermöglicht die induktive Höranlage, dass Hörgeräte und Cochlea‑Implantate das gesprochene Wort ohne Störungen empfangen. 

„Im Ratssaal der Gemeinde Henstedt‑Ulzburg soll jede Stimme gehört werden – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen wissen jedoch nicht, dass es für sie bei öffentlichen Sitzungen diese längst wirksame Unterstützung gibt“, sagt Sven Kunze als 2. Vorsitzender des Beirats Inklusion für Menschen mit Behinderung. „Diese technischen Hilfen sind ein wichtiger Baustein gelebter Inklusion. Sie schenken Menschen, die sonst nur Bruchstücke verstehen würden, die Möglichkeit, politische Entscheidungen vollständig zu verfolgen und sich als Teil der Gemeinschaft zu fühlen. Doch im Laufe der Zeit geriet dieses Angebot in Vergessenheit. Wir aus dem Beirat Inklusion möchten das ändern. Wir sehen es als unsere Verantwortung, diese wertvollen Möglichkeiten wieder ins Bewusstsein zu rücken – aus Respekt vor allen Bürgerinnen und Bürgern, die auf barrierefreie Kommunikation angewiesen sind.“ Gleichzeitig appelliert der Beirat an Verwaltung und Politik, bei Ausschusssitzungen darauf zu achten, dass die Mikrofone konsequent benutzt werden. „Denn erst wenn jede Wortmeldung klar verständlich ist, entsteht ein Raum, in dem echte Teilhabe möglich wird und niemand außen vor bleibt”, so Sven Kunze. 

Foto: Stefan Schulz-Kiske (links) und Sven Kunze präsentieren die Unterstützungssysteme für Menschen mit Hörbeeinträchtigung und appellieren an die Sitzungsteilnehmenden, die Mikrofone konsequent zu nutzen. Foto: Gemeinde Henstedt-Ulzburg