Kaltenkirchen. Der Volkstrauertag ist ein Tag des Erinnerns und des Innehaltens. 2026 stellt die Stadt Kaltenkirchen das Gedenken unter das Motto „Flucht und Vertreibung“. Im Mittelpunkt stehen persönliche Lebensgeschichten, die Begegnung zwischen den Generationen und die Frage, welche Bedeutung das Erinnern heute und für die Zukunft hat.

In Ergänzung zu den vorher stattfindenden Gottesdiensten beginnt um 12.30 Uhr in der Bürgerhalle Kaltenkirchen eine Gedenk- und Begegnungsveranstaltung. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums,die den Hauptteil der Gedenkfeier gestalten, beschäftigen sich bereits seit dem Sommer intensiv mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt. Im Rahmen der Veranstaltung werden sie sich unter anderem mit der Frage auseinandersetzen, was der Volkstrauertag für ihre Generation bedeutet, wie sich das Gedenken im Laufe der Zeit verändert und weshalb Erinnerung auch für Menschen wichtig bleibt, die Krieg, Flucht und Vertreibung nicht selbst erlebt haben.

Des Weiteren berichten zwei Zeitzeugen und eine Zeitzeugin von ihren Erlebnissen im Krieg und in der Nachkriegszeit. Ihre Biografien und Lebensgeschichten werden vorgestellt und durch Bildmaterial ergänzt.  Gedanken, Erinnerungen und persönliche Zeugnisse werden dort sichtbar und geben den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, sich individuell mit den Geschichten auseinanderzusetzen.

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums sorgen für den musikalischen Rahmen und bereichern die Veranstaltung mit Darstellendem Spiel. Gefühle und Erfahrungen sollen dabei bewusst nicht ausschließlich mit Worten vermittelt werden. Die künstlerischen Beiträge eröffnen einen weiteren Zugang zu einem Thema, für das Worte mitunter nur schwer zu finden sind.

„Flucht und Vertreibung sind keine abstrakten Begriffe. Dahinter stehen Menschen, Familien, Verluste und Lebenswege, die durch Krieg und Gewalt für immer verändert wurden. Am Volkstrauertag wollen wir diesen persönlichen Geschichten außerkonfessionellen Raum geben. Besonders wichtig ist mir dabei der Austausch zwischen den Generationen. Wenn junge Menschen zuhören, nachfragen und sich selbst Gedanken darüber machen, was Erinnerung heute bedeutet, tragen sie dazu bei, dass Erfahrungen nicht verloren gehen“, sagt Stefan Bohlen, Bürgermeister der Stadt Kaltenkirchen. 

Neben dem gemeinsamen Gedenken soll bewusst Raum für Begegnung und Austausch bleiben, losgelöst von Alter, Religion, Herkunft oder persönlicher Geschichte. Im Anschluss sind die Besucherinnen und Besucher eingeladen, bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe übernehmen die Bewirtung und sammeln Spenden für ihren Abiball.

Für Menschen, denen der Weg zur Bürgerhalle Schwierigkeiten bereitet, ist zudem ein Fahrangebot mit einer Rikscha vorgesehen. Radeln ohne Alter Kaltenkirchen e.V. unterstützt mit diesem Service und radelt bewegungseingeschränkte Personen unentgeltlich vom Gottesdienst bis zur Bürgerhalle. 

Im Anschluss an die Veranstaltung erfolgt die Kranzniederlegung. Sie wird durch den Baubetriebshof der Stadt Kaltenkirchen vorgenommen und findet bewusst in würdevoller Stille statt. Ohne weitere Programmpunkte oder Redebeiträge bildet sie den stillen Abschluss des gemeinsamen Gedenkens.

Mit dem diesjährigen Format möchte die Stadt Kaltenkirchen Erinnerung, persönliche Erfahrungen und die Perspektive einer jüngeren Generation miteinander verbinden. Der Volkstrauertag soll damit nicht nur ein Tag des Rückblicks sein, sondern auch Raum dafür geben, zuzuhören, miteinander ins Gespräch zu kommen und Erinnerungen weiterzutragen.

Volkstrauertag 

15. November 2026

Motto: Flucht und Vertreibung

Gottesdienst: 11.00 bis 12.00 Uhr

Gedenk- und Begegnungsveranstaltung: ab 12.30 Uhr

Bürgerhalle Kaltenkirchen