Kaltenkirchen/Kreis Segeberg. Der Kreis Segeberg geht einen weiteren Schritt in Richtung moderne Verwaltung: Gemeinsam mit ersten Kommunen des Kreises startet ein Pilotprojekt zur Nutzung einer einheitlichen Sozialhilfe-Software. Ziel ist es, Abläufe zu vereinfachen, Bearbeitungszeiten zu verkürzen und die Zusammenarbeit zwischen Kreis und Kommunen zu verbessern. Landrat Jan Peter Schröder und Kaltenkirchens Bürgermeister Stefan Bohlen haben jetzt eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Bisher verwenden die Sozialämter im Kreis und der Kreis Segeberg unterschiedliche Fachanwendungen für die Bearbeitung von Sozialleistungen. Künftig sollen in den betroffenen Rechtsgebieten alle mit derselben Software – LÄMMkom-LISSA – arbeiten. Dadurch können Daten schneller verarbeitet, Leistungen einheitlicher bewilligt und Verwaltungsprozesse besser abgestimmt werden.

Ganz konkret heißt das:

  • Weniger doppelte Arbeit,
  • dadurch mehr Kapazitäten zur Bearbeitung von Anträgen,
  • bessere Übersicht über laufende Fälle und
  • einheitliche Entscheidungen im gesamten Kreisgebiet

Start mit Pilotkommunen

Den Anfang macht Kaltenkirchen. Die Stadt ist eine der Pilotkommunen. Die Pilotphase läuft von Oktober 2026 bis Ende 2027. Bevor es richtig losgeht, werden die Mitarbeiter*innen geschult und bestehende Fälle in das neue System übertragen. Ab Januar 2027 werden die Leistungen dann über die neue Software abgewickelt.

Leistungen sollen weiterhin zuverlässig und pünktlich ausgezahlt werden.

„Auch während der Umstellung hat die Sicherstellung der Zahlungen oberste Priorität", sagt Landrat Jan Peter Schröder. Der Kreis und die Kommunen stimmen sich eng ab, damit es für Bürger*innen möglichst keine spürbaren Veränderungen gibt.

Langfristig profitieren Bürger*innen vor allem von:

Schnellere Entscheidungen

Anträge können durch eine Entlastung der Sachbearbeitung vor Ort zügiger bearbeitet werden, weil alle Beteiligten mit derselben Software arbeiten und Abstimmungen einfacher werden. Doppelarbeit (zum Beispiel für Erstellung von Statistiken und Abrechnung zwischen Kommune und Kreis) entfallen.

Zuverlässigere Abläufe

Durch die einheitliche Software gibt es weniger Pflegeaufwand in den örtlichen Sozialämtern; Fehlerquellen können so minimiert werden. Das sorgt dafür, dass Leistungen zuverlässig korrekt berechnet und pünktlich ausgezahlt werden.

Gleiche Maßstäben im ganzen Kreis und weniger Bürokratie

Entscheidungen orientieren sich künftig stärker an einheitlichen Standards. Das sorgt für mehr Fairness.

Weniger Bürokratie

Wenn jemand innerhalb des Kreises umzieht, können Fälle einfacher übergeben werden. Leistungen laufen dadurch reibungsloser weiter.

Stabilere Bearbeitung auch bei Engpässen

Durch die gemeinsame Struktur besteht die Möglichkeit, dass sich Kommunen besser gegenseitig unterstützen können, etwa bei Personalausfällen. Das verhindert Verzögerungen.

Das Projekt ist Teil der Digitalstrategie des Kreises Segeberg. Ziel ist es, Verwaltungsarbeit effizienter zu machen und die Kommunen spürbar zu entlasten. Für die Verwaltungen bedeutet die Umstellung zunächst mehr Arbeit, etwa durch Schulungen und die Übertragung bestehender Fälle. Auch eine Übergangsphase mit parallelen Systemen ist eingeplant. Langfristig soll sich dieser Aufwand jedoch auszahlen – durch deutlich schlankere Prozesse und bessere Zusammenarbeit.

„Mit dem Projekt setzt der Kreis Segeberg auf eine moderne, vernetzte Verwaltung. Wenn die Pilotphase erfolgreich verläuft, wird das Fachverfahren ab 2028 im gesamten Kreisgebiet eingesetzt", so der Landrat.

„Auf kommunaler Ebene wird die Umsetzung des Projekts mittelfristig spürbar zur Arbeitserleichterung beitragen und gleichzeitig die Zusammenarbeit im gesamten Kreisgebiet deutlich verbessern. Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt auf Initiative der Kommunen angestoßen wurde und nun gemeinsam mit dem Kreis Segeberg umgesetzt wird", sagt Stefan Bohlen, Bürgermeister der Stadt Kaltenkirchen.