Kaltenkirchen. Nach dem die öffentliche Wahrnehmung lange Jahre in erster Linie auf die erinnerungs-kulturellen Diskurse um die großen Konzentrationslager wie etwa Dachau oder Bergen-Belsen gerichtet war, erweitert der Historiker Dr. Maik Ullmann den Blick auf die kleinen, vermeintlich vergessenen Lager. 

In seiner Dissertation hat er sich mit den Nachgeschichten der Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme beschäftigt. Dabei hat er anhand von 15 ausgewählten Fallbeispielen der mehr als 85 Neuengammer Außenlager die unterschiedlichen Formen der direkten Nachnutzung nach 1945, erste Ansätze der Spurensuche und zudem die politischen Auseinandersetzungen in den Blick genommen, die der Etablierung von Gedenkstätten und Erinnerungsorten vorausgingen. In seinem Vortrag erläutert Ullmann die Rollen der beteiligten erinnerungskulturellen Akteur:innen, ihre jeweilige Handlungsagenda und die politischen und sozialen Dynamiken, die den erinnerungskulturellen Aushandlungsprozessen an den Orten zugrunde lagen. Zudem arbeitet er die unterschiedlichen lokalen Praktiken des Verdrängens und Vergessens einerseits und des Erinnerns andererseits heraus. Außerdem verdeutlicht er die herausragende Bedeutung der Erinnerungsleistung und des politischen Engagements der Überlebenden für die Implementierung einer lokalen und oftmals auch institutionalisierten Erinnerungskultur an den Orten der früheren Außenlager.

Nach seinem Vortrag kommt Maik Ullmann mit Uta Körby, der Ehrenvorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein, ins Gespräch. Moderation: Marc Czichy (Leiter der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen)

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und des Initiativkreises Gedenktag 8. Mai in Schleswig-Holstein Donnerstag, den 07.05.2026, um 19.00 Uhr Bürgerhaus der Stadt Kaltenkirchen, Friedenstraße 9, 24568 Kaltenkirchen Um eine kurze Anmeldung bis spätestens 05.05.2026 per Mail an ts@kz-gedenkstaette-kaltenkirchen.de wird gebeten