Norderstedt (em) Im Umweltausschuss wurden kürzlich auf Anfrage der Grünen die Emissionswerte für Stickstoffoxide (NOx) an der Ohechaussee genannt: 44μg/m³ Jahresmittelwert 2016. Sie liegen damit über dem Grenzwert von 40μg/m³. In der Antwort der Verwaltung heißt es weiter: „Die Größenordnung der Belastung ist in den vergangenen Jahren in etwa gleich geblieben. In Schleswig-Holstein wurde nur in Kiel ein höherer Jahresmittelwert für Stickstoffoxide gemessen.“

Die grüne Sprecherin im Umweltausschuss, Dagmar Feddern, kündigt Initiativen an, um die „Dicke Luft“ in Norderstedt zu reduzieren: „Wir wünschen uns, dass diese Gesundheitsgefährdung umgehend in den Fokus der Norderstedter Politik rückt! Die Schleswig-Holsteinische Silbermedaille für Dicke Luft „ist kein Ruhmesblatt“, so Feddern weiter, “sondern muss als „Aufschrei“ verstanden werden, die Maßnahmen zur Verbesserung der Luft sofort und massiv zu verstärken. Wir Grüne werden dabei intensiv behilflich sein und uns engagiert und kompetent einbringen. Neben der Belastung durch Stickstoffoxide gilt es auch, sich über die Gefahren der Feinstaubbelastung verstärkt sachkundig zu machen, die gemeinsam mit den Stickstoffoxiden eine unheilvolle Allianz eingehen.“

Für Norderstedt gibt es keine aktuellen Daten und keine Messstation des Landes SH. Angeblich würden in ganz SH keine Emissionsgrenzen im Hinblick auf Feinstaub überschritten, so die Auskunft im Umweltausschuss.. Dagmar Feddern ergänzt: „Wir hinterfragen das und werden eindeutige Emissionsmessungen für Norderstedt einfordern.“ Das Thema findet zu Recht derzeit zunehmende Aufmerksamkeit. In vielen Städten sind bereits Klagen anhängig, mit denen die Verwaltungen gezwungen werden sollen, die Richtlinien der EU umzusetzen und ggfls. Fahrverbote für Fahrzeuge mit hohen Emissionswerten auszusprechen, also vor allem Diesel. Die ganz aktuellen Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA), das dem Bundesumweltministerium zuarbeitet, besagen, dass auch moderne Diesel mit EURO 6 Norm im Schnitt die fünffache Menge des Erlaubten an Stickstoffoxiden ausstoßen. Stickstoffoxide sind ein ätzendes Reizgas, das sowohl Kopfschmerzen und Atemnot als auch Herz-/Lungenbeschwerden oder eine Schädigung der Atemwege auslösen kann.

Die Grünen wollen nun intensiver nachfragen, wie gesundheitsgefährdend es beispielsweise für Wartende am ZOB Garstedt ist, wenn direkt nebenan zahlreiche tuckernde Taxis und Busse ihre Fahrerkabine während der Wartezeit aufheizen. Dagmar Feddern sagt dazu abschließend: „Wir setzen seit Jahren auf mehr Rad- anstatt Autoverkehr und fühlen uns nun natürlich leider bestätigt. Da wo es nicht anders geht (z.B. Busse, AKN) muss die sauberste verfügbare Technologie eingesetzt werden. Die Norderstedter haben ein Recht auf saubere Luft.“