Am 24. Januar 2026 veranstaltete die Junge Union Norderstedt nach 16 Jahren erstmals wieder einen Neujahrsempfang. Neben zahlreichen Mitgliedern und Gästen durfte die JU dabei den ehemaligen Oberbürgermeister und Innenminister a. D. Hans-Joachim Grote, den Landtagsabgeordneten Patrick Pender sowie Vertreter des Kinder- und Jugendbeirats begrüßen.

In ihren Grußworten setzten sowohl Herr Grote als auch Herr Pender wichtige politische und gesellschaftliche Impulse. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der zukünftigen Standort- und Verkehrspolitik in Norderstedt. An diese inhaltlichen Akzente knüpft der zweite Vorsitzende der JU Norderstedt, Tom Burger, in seiner anschließenden Rede an. Er stellte eine neue Kernforderung der JU vor, mit der der Verband politisch ins neue Jahr startet. Im Anschluss nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur vertieften Diskussion der angesprochenen Themen.

2008 scheiterte der geplante Autobahnanschluss Norderstedt an der A7 auf Höhe des Buchenwegs nur knapp. Zwei Stimen fehlten, obwohl die Voraussetzungen bereits geschaffen waren. Eine eigene Abfahrtsnummer war und ist reserviert, der Bebauungsplan erstellt. Heute erinnert an das Vorhaben nur noch die Lücke zwischen den Abfahrten Schnelsen-Nord (23) und Quickborn (21) – sowie ein Kreisel, der mehr leisten könnte, als er darf und sich an anderer Stelle befindet als ursprünglich vorgesehen.

Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Norderstedt ist die viertgrößte Stadt Schleswig-Holsteins, ist Standort für einige sehr bedeutende Unternehmen, verfügt in diesem Bereich jedoch über keinen eigenen Autobahnanschluss. Der Verkehr wird über Schnelsen-Nord und Quickborn geführt, was täglich zu Staus auf Ohechaussee, Niendorfer Straße und Quickborner Straße führt. Besonders betroffen sind Wohngebiete, die zunehmend als Ausweichstrecken genutzt werden, und unsere Nachbarn aus Quickborn, die unter dem Autostrom aus Norderstedt leiden. Dass hier ein strukturelles Problem besteht, belegen auch Zahlen. Der Stadt-Umland-Atlas der Stadt Hamburg etwa zeigt, dass Norderstedt die höchsten Pendlerbewegungen von und nach Hamburg aufweist. Die Verkehrsströme bündeln sich auf wenigen Hauptachsen, die für diese Belastung nicht ausgelegt sind. Die Stadtplanung ist an dieser Stelle überholt und wurde den tatsächlichen Entwicklungen bislang nicht angepasst.

Eine Autobahnausfahrt mit Anschluss an den Buchenwegkreisel wäre problemlos möglich. Er ist so ausgelegt, dass sich der Verkehr auf zwei Hauptverkehrsachsen in mehrere Richtungen verteilen kann. Eine zusätzliche Abfahrt würde den Verkehr nicht bündeln, sondern entzerren.

Auch finanzielle und ökologische Argumente sprechen für eine Neubewertung. Die Abfahrtsnummer ist bereits vergeben, sodass unnötige Kosten, durch neue Schilder, vermieden würden. Zudem könnten möglicherweise sogar bestehende Verkehrswege durch die Garstedter Feldmark genutzt werden, um Eingriffe in Natur und Landschaft gering zu halten. Des Weiteren wäre es denkbar, dass der Bund Mittel aus dem Sondervermögen für die Abfahrt bereitstellt.

Impulse für eine erneute Prüfung kamen in den vergangenen Jahren wiederholt von außen, unter anderem von der Handelskammer Lübeck schon 2011 sowie aus der Landespolitik. Zuletzt brachten im Frühjahr 2025 und vor wenigen Tagen die Stadt Quickborn und der Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl Bewegung in die Sache. Im Norderstedter Rathaus wurde dies erneut mit dem Verweis auf eine angeblich fehlende Notwendigkeit abgelehnt.

Diese Einschätzung greift zu kurz. Norderstedt trägt erhebliche Verkehrslasten, ohne angemessen angebunden zu sein. Gleichzeitig leidet Quickborn unter unserem Verkehr. Das ist kein Schönheitsfehler. Das ist ein strukturelles Defizit. "Wir als Junge Union Norderstedt fordern daher die unverzügliche Aufnahme von Gesprächen insbesondere mit Quickborn und eine zügige Entlastung des Verkehrs, wie sie nur durch eine Autobahnabfahrt Norderstedt Mife (AS22) geleistet werden kann. Die knappe Entscheidung von 2008 darf kein dauerhaftes Hindernis bleiben. Die Realität auf den Straßen zeigt: Eine sachliche, datenbasierte Neubewertung frei von alten Fronten und überholten Annahmen ist überfällig", so Vorsitzender Ben Burger