Norderstedt (em) Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH, die Ausgleichsagentur Schleswig Holstein GmbH und die „Untere Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg“ haben sich am 7. Juli davon überzeugen können, dass ihr Artenschutzprojekt für die Kreuzkröte im Norderstedter Glasmoor, erfolgreich verläuft. In den vergangenen zwei Jahren hatte die Ausgleichsagentur, 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, im Kampmoor und in Kiesgruben der Umgebung Laich der europaweit streng geschützten Froschlurche gesammelt und in der stiftungseigenen Zuchtstation an der Kieler Universität großgezogen. „Im Mai war der Erfolg unserer Arbeit hörbar: Die ersten Kreuzkrötenmännchen quakten lautstark um die Gunst der Weibchen. Nachwuchs gibt es allerdings erst im nächsten Jahr, wenn die Kröten geschlechtsreif sind,“ erklärt Ute Ojowski, Projektmanagerin der Ausgleichsagentur.
„Natürlich ist es schön, so weit in dem Projekt gekommen zu sein, aber dafür haben wir uns mächtig ins Zeug gelegt und insgesamt 9.500 nur daumennagelgroßen Kreuzkröten aus unserer Nachzucht hier ausgesetzt.“ 50Hertz Transmission und die Ausgleichsagentur sorgen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz und den Amphibienexperten der dänischen Firma Amphi Consult dafür, dass die bestehende Krötenpopulation in Norderstedt gestärkt wird und dauerhaft erhalten bleibt. Zuvor hatte die Ausgleichsagentur im Auftrag von 50Hertz in der etwa 45 Hektar großen Weidelandschaft neue Laichgewässer, offene Rohbodenstellen und Lesesteinhaufen angelegt, um das Gelände für die seltene Kröte zu optimieren. Das Artenschutzprojekt ist eine Kompensationsmaßnahme, zu der der Übertragungsnetzbetreiber im Rahmen der Erweiterung des Umspannwerkes Hamburg-Nord in Norderstedt gesetzlich verpflichtet ist und die vom Kreis Segeberg genehmigt und überwacht wird. „Wir freuen uns, dass wir das Kreuzkrötenprojekt zusammen mit der Ausgleichsagentur auf den Flächen der Stiftung Naturschutz durchführen können“, so Katja Horenk, Projektleiterin von 50Hertz.
„Für unseren Eingriff in den Naturhaushalt des Kampmoors schaffen wir einen adäquaten Ausgleich und richten hier im Glasmoor im Einklang mit Mensch und Natur auf gesetzlicher Grundlage ein neues Stück intakte Natur wieder her.“ Das erweiterte Umspannwerk wird künftig ein Vielfaches der bisherigen Leistung verteilen, dazu gehört auch ein erheblicher Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Windkraftanlagen.
Tagsüber gräbt sich die Kreuzkröte ein, daher ihre Vorliebe für offenen, lockeren und sandigen Boden. Die keineswegs behäbige Kröte wandert mit Leichtigkeit Strecken von bis zu 2,5 Kilometer. Nachts huscht sie auf der Jagd nach Insekten und Spinnen mit ihren flinken Beinen mäuseschnell dahin. In der heutigen Kulturlandschaft leiden die Kreuzkröten, wie im übrigen alle anderen Amphibien auch, unter dem Fehlen geeigneter Laichgewässer, die sich im Frühjahr rasch erwärmen. Damit die neuen Gewässer nicht von zu hohem Bewuchs beschattet werden, wird das Gelände von einer Herde von Gallowayrindern und Konik-Wildpferden beweidet.