Norderstedt (em) Einem ganz neuen, ganz jungen Stadtparlament sahen sich jüngst Norderstedts Stadtpräsidentin Kathrin Oehme, deren Stellvertreterinnen sowie Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote im Plenarsaal des Rathauses gegenüber. Für einen Tag wurden 56 Schüler des Gymnasiums Harksheide während des „Planspiels Kommunalpolitik“ zu Stadtpolitikern. Das Motto lautete: „Ohne Jugend ist kein Staat zu machen“.

Nachdem die Gymnasiasten zuvor eine Sitzung der „echten“ Stadtvertretung besucht und sich dann zur weiteren Vorbereitung mit Norderstedter Stadtvertretern getroffen und besprochen hatten, spielten sie zum krönenden Abschluss des Projekts eine komplette Sitzung des Stadtparlaments durch. Die Gymnasiasten, die von Vertretern der Friedrich-Ebert-Stiftung und von einer Reihe von Mitarbeitern des Norderstedter Rathauses begleitet und unterstützt wurden, hatten zuvor (fiktive) Fraktionen wie die „Fraktion der Norderstedter Jugend“ oder die „Stimme des Nordens“ gebildet, Anfragen an die Verwaltung gestellt und Anträge erarbeitet.

Bei der Themenauswahl zeigte sich, welche Fragen den jungen Leuten in der Stadt Norderstedt besonders unter den Nägeln brennen. Es ging unter anderem um Schul- und Radwege, um die mögliche Schaffung neuer Treffpunkte für Jugendliche und um die Sanierung des Gymnasiums Harksheide.

Als es daran ging, Anträge zu stellen und zu beraten, mahnte Verwaltungschef Grote wiederholt, dass die Nachwuchspolitiker ihre Vorschläge stets mit Finanzierungsvorschlägen verbinden müssten. Am Geld scheiterte bei diesem Planspiel denn auch der eine oder andere Antrag. So hatte zum Beispiel die Fraktion von „Norderstedts demokratischer Partei“ beantragt, ein neues Jugendzentrum in Garstedt zu bauen, das finanziert werden sollte, indem die Gewerbesteuer erhöht wird. Dem konnte die Mehrheit des Jugend-Parlaments nicht folgen. Breite Zustimmung gab es derweil für den Plan, im Stadtpark eine Minigolf-Anlage zu bauen.

Stadtpräsidentin Oehme war ebenso wie der Oberbürgermeister sichtlich begeistert davon, mit welchem Elan und welcher Begeisterung sich einige der Schüler in ihrer Rolle als Stadtpolitiker präsentierten. „Wir haben Ihr großes Interesse an der Stadt, in der Sie leben, gespürt“, lobte die Stadtpräsidentin zum Abschluss.