Norderstedt (em) Wenn es die eine Liste an Absolventinnen und Absolventen am Coppernicus-Gymnasium geben würde, dann würde die wahrscheinlich ein Buch füllen. Seit 60 Jahren wird an der Schule unterrichtet – das „Copp“ ist damit älter als die Stadt Norderstedt. 

Die Geschichte des einzigen G8-Gymnasiums in ganz Schleswig-Holstein spiegelt auch ein stückweit die Geschichte Norderstedts – mit Tiefen und Höhen. Bei der Gründung 1965 war die Schule neben dem Herold-Center selbst noch eine Baustelle, deshalb wurde an der Realschule Garstedt am Aurikelstieg gefeiert. 

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Schule immer wieder erweitert, Anfang der 70er Jahre kam sogar eine eigene Sternwarte dazu. Norderstedt wuchs schnell und hatte Geld. Inzwischen aber platzt die Schule aus allen Nähten. „Wir wissen nicht, wo wir unsere Schüler unterbringen können, es fehlen Klassenräume“, so die heutige Schulleiterin Heike Schlesselmann. Und Norderstedt ist knapp bei Kasse. Die Raumnot ist inzwischen so groß, dass die Stadt prüfen lässt, ob das Coppernicus-Gymnasium vorübergehend Räume im noch nicht ganz fertiggestellten Bildungshaus gleich nebenan nutzen kann. 

Als Schule setzt das „Copp“ immer wieder Standards. Seit 2004 ist das Gymnasium Europaschule, fördert besonders den interkulturellen Austausch ein. Es gibt Partnerschaften mit anderen Schulen in Europa – und regelmäßig Schüleraustausche. Auch Lehrerinnen und Lehrer aus anderen Ländern hospitieren immer wieder am „Copp“. 

In der Digitalisierung ist das Coppernicus-Gymnasium häufig Vorreiter. „Lange vor Corona waren wir eine der ersten Schulen in Schleswig-Holstein, die ganze Klassen auf den Unterricht mit Tablets umgestellt haben“, sagt Schulleiterin Schlesselmann. Es geht aber auch andersherum: Erst vor wenigen Tagen haben sich Schüler, Lehrer und Eltern mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass Handys auf dem Schulgelände für alle tabu sind. Dafür sollen jetzt extra Handytresore auf den Schulfluren aufgestellt werden. 

Das Schuljubiläum will das Coppernicus-Gymnasium groß feiern, und zwar am Freitag, den 18.07.2025 ab 14.00 Uhr. „Wir hoffen natürlich, dass nicht nur Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und Eltern kommen“, sagt Schulleiterin Heike Schlesselmann. „Natürlich setzen wir darauf, dass viele frühere Schüler kommen und mit uns zusammen feiern.“ 

Einer der bekanntesten Ehemaligen am Coppernicus-Gymnasium ist übrigens der Künstler Wolfgang Herrndorf (gestorben 2013), der 1984 als Jahrgangsbester sein Abitur machte. In Herrndorfs wohl bekanntestes Buch „Tschick“ flossen viele persönliche Erfahrungen aus seiner Jugend am „Copp“ ein. Der Roman wurde später von Fatih Akin verfilmt. Ein weiterer prominenter Ehemaliger: Der Komiker Mike Krüger – vielleicht ist er ja wie viele andere auch beim Schuljubiläum am „Copp“ zu Besuch?

Foto: Coppernicus Gymnasium