In Quickborn entsteht in der Sommerferienzeit der erste temporäre pädagogische Bauspielplatz zur Förderung von Selbstwirksamkeit, sozialem Lernen, Kreativität und demokratischer Teilhabe in Schleswig-Holstein. Organisatoren sind die ev.-luth. Kirchengemeinde Quickborn und das Kinderhilfswerk Quickborn e. V. Was wäre ein Sommer für Kinder und Jugendliche an der frischen Luft? Ohne Handy, ohne Eltern! Mit Holz, mit Werkzeug, unter freiem Himmel! Ohne Vorgaben, selbstbestimmt und kreativ basteln, schrauben, hämmern – was man will, so viel man will, mit wem man will!
Ein Bauspielplatz mitten in der Stadt, voller ungelebter Erlebnisse, voll mit Träumen, Fantasien und unentdeckten Möglichkeiten! Umsonst - für Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 14, montags bis freitags von 10-15 Uhr. Was wäre das für ein Abenteuer?
Das Kinderhilfswerk Quickborn e. V. und die Kinder- und Jugendarbeit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Quickborn veranstalten den sechswöchigen „Bauspielplatz zwanzig6“ in den kommenden Sommerferien direkt auf dem Gelände der Kirchengemeinde an der Ellerauer Straße.
Mitarbeiter der Kirche und ehrenamtliche Helfer des Kinderhilfswerk sowie Mitarbeitende von Handwerksbetrieben aus Quickborn und Umgebung stehen den Akteuren hilfsbereit zur Seite, wenn dies gewünscht wird.
Ansonsten heißt es: Entdecke Dich und Deine Möglichkeiten, allein, in der Gruppe mit Freunden oder mit Unbekannten. Denke Dir aus, was Du heute machen willst, probiere Dich mit unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen aus, sei kreativ, sei dabei, sei Du selbst! Oder sei einfach nur so da und schenk uns Deine gute Laune.
Seit Monaten sind viele, fleißige Helfer der Kirche, des Kinderhilfswerk sowie Unternehmen und Privatpersonen im Hintergrund dabei, aus der Idee, die vor einem Jahr entstanden ist, ein lebendiges Projekt zu machen.
Philipp Wirtz, Diakon der Kirchengemeinde und verantwortlich für die Durchführung, sagt dazu: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Selbstbestimmtheit, kreativen Freiheit und ihren eigenen Ideen zu motivieren und durch den Prozess des Schaffens, die eigenen Stärken zu entdecken. Dabei steht der Entstehungsprozess im Vordergrund und nicht das Ergebnis.“
Vier Säulen sind den Organisatoren dabei wichtig:
1. Selbstwirksamkeit: Nicht Erwachsene, sondern die Kinder entscheiden, planen, verändern und lösen Probleme. 2. Soziale Kompetenzen: Die Forschung zu oenen Spielangeboten zeigt, dass gerade diese selbstorganisierten Situationen soziale Entwicklung besonders fördern. Ein Hüttenbau funktioniert nie allein. 3. Risikokompetenz statt Gefahrvermeidung – ein wichtiger Entwicklungsfaktor: Ein Bauspielplatz bietet kontrollierbare Risiken (z.B.: Hammer benutzen, sägen, balancieren, Hütten bauen uvm). Dadurch lernen Kinder Gefahren einzuschätzen, Verantwortung zu übernehmen, Grenzen wahrzunehmen und vorsichtig zu handeln. 4. Freies Spiel: Die Kinder bekommen kein fertiges Programm. Sie entwickeln ihre eigenen Ideen.
Offenkundig haben die Organisatoren mit Ihrem Konzept den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroen. Die Resonanz auf Helfer- aber auch auf Familienseite ist riesig. Unternehmen haben ihre Unterstützung zugesagt, freiwillige Helfer schenken Zeit für strahlende Kinderaugen, Privatpersonen räumen Ihre Werkzeugkeller auf. Der Bauzaun steht bereits, Material und Werkzeug werden in den kommenden Tagen angeliefert, Wasser und Snacks bereitgestellt und am 06.07.2026 um 10:00 Uhr kann es dann endlich losgehen.
„Nun hoffen wir, dass der Wettergott uns hold bleibt und wir viele kleine Entdecker, Abenteurer und Träumer bei uns begrüßen können.“, sagt Marvin de Vries, Vorsitzender des Kinderhilfswerk Quickborn e. V. und Mitorganisator, und verbindet einen konkreten Wunsch.
„Wir würden uns freuen, wenn unser Projekt, die dahinterstehende pädagogische Arbeit aber auch der ehrenamtliche Einsatz nicht unentdeckt bleiben und dieses Leuchtturmprojekt im wahrsten Sinne andere „ansteckt“!“ Damit meint de Vries andere Vereine, gemeinnützige Organisationen aber auch Kommunen im ganzen Land, die in Zukunft dem Beispiel folgen könnten.
Sucht man im Internet nach Bauspielplätzen, egal ob dauerhaft oder temporär, ist die Suche schnell beendet. Es werden für Schleswig-Holstein 2-3 dauerhafte Projekte gefunden, ein Bauspielplatz wie in Quickborn ist einzigartig. Und das, so wünschen es sich Philipp Wirtz und Marvin de Vries, soll in den kommenden Jahren auf keinen Fall so bleiben. Wir laden Pressevertreter, Funk und Fernsehen ein, sich ein Bild zu machen, vielleicht über uns zu schreiben oder zu berichten. Über das Projekt „Bauspielplatz zwanzig6“, die kleinen Abenteurer, die Helfer dahinter und das gemeinsame Ziel: Sich selbst zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln, die einen im besten Fall ein Leben lang prägen.
