Bad Segeberg. Die Senioren-Union stellt sich voll und ganz hinter die aktuellen Forderungen des Verbraucherzentrale Bundesverbands zur Sicherung der Bargeldzahlung.
Angesichts der zunehmenden „Digitalisierung durch die Hintertür“ im Einzelhandel und bei öffentlichen Dienstleistungen warnt die Senioren-Union vor einer schleichenden Ausgrenzung älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger.
„Bargeld ist für viele Seniorinnen und Senioren nicht nur ein gewohntes Zahlungsmittel, sondern ein Garant für Unabhängigkeit, Kostenkontrolle und Schutz der Privatsphäre“, erklärt die Kreisvorsitzende der Senioren-Union Ursula Michalak. „Dass immer mehr Geschäfte und sogar öffentliche Kassen die Annahme von Münzen und Scheinen verweigern oder an SB-Kassen nur noch Karten akzeptieren, ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die nicht jeden Schritt digital abwickeln können oder wollen.“
Die Senioren-Union unterstützt insbesondere die Forderung nach einer gesetzlichen Akzeptanzpflicht für Bargeld. Es dürfe nicht sein, dass der tägliche Einkauf oder der Behördengang zum Hindernislauf wird, nur weil man kein Smartphone nutzen kann oder möchte.
„Wir beobachten mit Sorge, dass auch in unserer Region immer mehr Banken und Bankautomaten verschwinden (z. B. in Bad Segeberg nach der Postbank nun auch die Deutsche Bank) und der Zugang zum eigenen Geld erschwert wird“, so die Vorsitzende weiter. „Wer Bargeld unbrauchbar macht, entzieht den Menschen ein Stück ihrer Freiheit. Wir fordern eine flächendeckende Versorgung mit Bargeld-infrastruktur.
Die Senioren-Union betont, dass die Wahlfreiheit des Zahlungsmittels ein Grundrecht auf gesellschaftliche Teilhabe darstellt. Eine Welt ohne Bargeld schließt nicht nur viele Senioren aus, sondern auch Kinder, Jugendliche und Menschen ohne digitalen Zugang.
„Wir appellieren an die heimischen Einzelhändler und die Politik im Kreis, ein klares Zeichen für Barrierefreiheit beim Bezahlen zu setzen. Wer Bargeld ablehnt, lehnt auch einen Teil seiner Kundschaft ab“, stellt Ursula Michalak klar. Die Senioren-Union wird sich weiterhin auf allen politischen Ebenen dafür einsetzen, dass der Euro in seiner physischen Form als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel erhalten und überall akzeptiert bleibt.
