Bad Segeberg (em) Für die Garbeker Strolche aus der Kindertagestätte Wensin ist ein besonderer Tag. „Dem Abfall auf der Spur“ steht auf ihrem Ausflugsplan. Pünktlich um halb acht steht der Autokraft-Bus vor der Tür und los geht es zum neuen WZV-Recyclinghof nach Bad Segeberg.
Die Busfahrt ist kostenlos, nicht nur für die Garbeker Strolche, sondern für alle Kindergärten und Grundschulen im Kreis Segeberg, die einen der WZV-Recyclinghöfe in Bad Segeberg, Tensfeld, Schalfeld oder Norderstedt besuchen möchten. Dank der Kooperation der Stiftung Sparkasse Südholstein mit dem WZV (Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg) und dem MMFV (Martin-Meiners-Förderverein für Jugend-und Umweltprojekte) können Kinder, deren Kindergärten und Schulen weit ab von den Recyclinghöfen liegen, von dem Gemeinschaftsprojekt „Dem Abfall auf der Spur“ profitieren.
„Wir möchten, dass Kinder bereits früh für das Thema Abfall sensibilisiert werden und früh lernen, was mit dem Abfall passiert.“, so Jan Köber, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung der Sparkasse Südholstein. „Und nicht selten kommen nach dem Recyclinghofbesuch richtige Abfallexperten nach Hause, von denen Eltern und Geschwister noch dazu lernen müssen.“, weiß Köber. Schon beim Frühstücken im roten Holzhaus neben dem neuen Recyclinghof kommt der Abfall ins Spiel. Bananenschale, Alufolie und Butterbrotpapier, Joghurtbecher und Safttüte woraus sind sie gemacht und in welche Tonne gehören sie? Gemeinsam mit Sebastian Kinne, der beim MMFV ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) macht, diskutieren die Garbeker Strolche solange, bis jeder Wertstoff seinen richtigen Platz in der richtigen Tonne gefunden hat und nichts mehr auf dem Frühstückstisch liegt.
Nächste Station sind draußen die echten Mülltonnen. Blau, braun, grau wer hat zu Hause welche? Einige Strolche probieren eine Mülltonne zu schieben, auch die ganz großen und merken: das ist gar nicht so einfach. Dann geht es mit einem großen Einkaufswagen, der mit Wertstoffen aller Art gefüllt ist, über den Recyclinghof. Ein Blick in die großen Container zeigt, was hineingehört: Die Strolche suchen aus dem Einkaufswagen den passenden Wertstoff: Holz, Steine, Papier, Gartenabfall stehen zu Wahl. Sebastian erklärt an jedem Container, was aus den Wertstoffen gemacht wird, was recyceln bedeutet. Holz kann zum Heizen genutzt werden, aus Gartenabfall wird Kompost, Steine werden zermahlen und im Straßenbau verwendet. Spielerisch lernen die Strolche, warum Recycling so.
Highlight am Ende der „Abfalltour“ ist eine Fahrt mit einem echten Müllfahrzeug über das Recyclinghofgelände. Strahlend winken die Müllauto-Fahrgäste den Zurückbleibenden zu.
„800 Kinder aus Grundschulen und Kindergärten kommen jährlich zu einem der vier Recyclinghöfe des WZV und lernen so die Welt des Abfalls kennen. Allerdings, ohne Hilfe der Stiftung der Sparkasse Südholstein wären es viel weniger“, so der Vorsitzende vom MMFV, Hans Peter Sager.