Henstedt-Ulzburg. Was 1921 als Handelsunternehmen begann, ist heute ein internationaler Technologieführer für hochwertige Dichtungslösungen: Die Bode GmbH verspricht seit mehr als 100 Jahren Qualität, Innovation und Verlässlichkeit – und ist seit 1987 am Standort Henstedt-Ulzburg fest verwurzelt. Bode entwickelt, produziert und vertreibt anspruchsvolle Dichtungen und Dichtungssysteme für Gebäudetechnik und Tiefbau – von Trinkwasser- und Abwassersystemen über Gasrohrleitungen bis hin zu Sanitär und allgemeinem Maschinenbau.
Seit 1967 betreibt das Unternehmen eine eigene Produktion. 1989 kam am Standort Kirchweg 114 ein eigenes Mischwerk zur Herstellung hochwertiger Gummi-Mischungen hinzu. In den vergangenen zehn Jahren wurden nach Angaben des Unternehmens acht Millionen Euro investiert – unter anderem in Spritzgussmaschinen, Prozessoptimierungen sowie zuletzt in die Modernisierung der Mischerei und ihres Verwaltungsgebäudes. Am Standort Henstedt-Ulzburg sind 135 Mitarbeitende beschäftigt. Die Bode-Gruppe zählt insgesamt 335 Mitarbeitende, davon circa 200 am zweiten Standort in der Nähe von Stettin. 2025 wurde ein Umsatz von fast 60 Millionen Euro erzielt.
Bürgermeisterin Ulrike Schmidt besuchte das Familienunternehmen gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Sebastian Döll und zeigte sich beeindruckt: „Bode ist mit seinen Dichtungen ein typischer Hidden Champion – hochinnovativ, weltweit aktiv und gleichzeitig tief in unserer Gemeinde verwurzelt. Wir freuen uns sehr, dass Bode seit mehr als 30 Jahren dem Standort die Treue hält. Die Investitionen und die stetige Weiterentwicklung sind ein klares Bekenntnis zu Henstedt-Ulzburg.“ Dass die Standortentscheidung für Henstedt-Ulzburg direkt an der A7 die richtige war, betont der langjährige Geschäftsführer Mario Vollbehr. „Der damalige Bürgermeister Volker Dornquast hatte ein überzeugendes Paket für das seinerzeitige Hamburger Unternehmen geschnürt“, erklärte er. „Selbst für unseren für Henstedt-Ulzburger Verhältnisse deutlich höheren Strombedarf von 1,2 Megawatt wurde eine Lösung gefunden: Eine fünf Kilometer lange Stromleitung wurde verlegt, die Kosten fair zwischen Unternehmen und Gemeinde aufgeteilt. Entscheidend war die Aussage: ‘Wir finden einen Weg’ – und alle Zusagen wurden eingehalten.“
Wirtschaftsförderer Sebastian Döll sieht Bode als Teil eines starken regionalen Gefüges: „Bode steht für Entwicklung und Produktion – made in Henstedt-Ulzburg – und damit für eine unserer drei starken Wirtschaftssäulen: die Produktion hochwertiger Komponenten für Maschinen, Bau und Industrie. Wir unterstützen das Unternehmen gerne durch unsere Vernetzungsangebote und die Ansiedlung weiterer Betriebe, die unsere lokalen Wertschöpfungsketten sinnvoll ergänzen.“
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die vollständige Kontrolle über den eigenen Rohstoff. Vertriebsleiter Mark Nowotny erklärt: „Wir machen unseren Mischungs-Compound, also das Ausgangsmaterial der Dichtungen, selbst. Das eigene Labor, in dem wir Rezepturen entwickeln, und unsere eigene Mischerei heben uns klar von Wettbewerbern ab.“ Wie er erklärt, werden Bode-Mischungen aus Henstedt-Ulzburg heute als Basis für High-Performance Dichtungen in die ganze Welt geliefert. „In den vergangenen 20 Jahren wurden viele Milliarden Dichtungen in den Bereichen Gas, Trinkwasser und Sanitär gefertigt“, so Mark Nowotny. „Auch in der Branche der Abwasserdichtungen ist die Abkürzung ‘BL‘ – für ‘Bode Lippendichtung‘ – längst ein feststehender Begriff, ähnlich wie ‘Tempo‘ bei Taschentüchern. Diese 1985 eingeführte Standarddichtung für Hausentwässerung und Abwasserrohrleitungen hat die gesamte Branche geprägt. Heute setzen wir zudem auf zukunftsorientierte Innovationen: Eine neue Gummi-Kunststoff-Kombination bietet verbesserte Eigenschaften bei 40 Prozent weniger CO₂-Ausstoß.“
Als nächsten Wachstumsschritt plant Bode den Aufbau einer Gesellschaft in den USA mit hochautomatisierter Fertigung und einem Start mit 15 bis 20 Mitarbeitenden – eine Investition von 6,5 Millionen Euro, die ausdrücklich zusätzlich zum Standort Henstedt-Ulzburg erfolgt. Intern steht das Unternehmen vor einem Generationswechsel: Mario Vollbehr übergibt die Verantwortung schrittweise. Mit Oliver Strack als Geschäftsführer für den administrativen Bereich und Mark Nowotny als Vertriebsleiter ist die Basis für die neue Führungsstruktur bereits geschaffen.
Bei der Nachwuchsgewinnung setzt Bode konsequent auf lokale Netzwerke. Ab August 2026 starten drei neue Auszubildende in den Bereichen Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement sowie Mechatronik. Geschäftsführer Oliver Strack betont die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde: „Wir nutzen Angebote wie die Azubi-Messe am Alstergymnasium oder das Bowlingformat ‘Strike your future’ sehr erfolgreich, um Auszubildende zu gewinnen“, erklärt er. „Wer bei uns eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d) machen möchte, ist herzlich eingeladen, sich zu bewerben und Teil der Bode-Familie zu werden. Zusätzlich werden Fachkräfte in Produktion, Instandhaltung und IT gesucht. Eine Kooperation mit der Nordakademie Elmshorn ist geplant; zwei Master-Studenten arbeiten bereits im Unternehmen. Wir arbeiten im Dreischichtbetrieb – daher sind für uns Angebote wie der ‚hvv hop‘ ergänzend zum Bus wichtig, die unsere Mitarbeitenden auch morgens und abends – und auch am Wochenende – von und zur AKN-Station bringen. Da manche auch das Fahrrad nutzen, wären allerdings noch gesicherte Abstellmöglichkeiten an der Station Henstedt-Ulzburg hilfreich.“
Bild: Geschäftsführer Mario Vollbehr, Vertriebsleiter Mark Nowotny und Geschäftsführer Oliver Strack gaben Bürgermeisterin Ulrike Schmidt sowie Wirtschaftsförderer Sebastian Döll (von links) spannende Einblicke. Foto: Gemeinde Henstedt-Ulzburg
