Kaltenkirchen (em) Seit 1980 arbeitet der Kaltenkirchener Astrophysiker an dem Buch, das nun zum zehnten Mal erschienen ist, diesmal mit 1.152 farbig gestalteten Seiten.
Nicht nur der Druck ist farbig, auch der Inhalt ist bunt. Bunt im Sinne von vielfältig, alles umfassend, was die Sternenkunde an interessanten Themen für den beobachtenden Amateur zu bieten hat. Kompetent genug aber auch, dass zahlreiche Professoren das große Werk benutzen. Das Buch gilt in der Fachwelt als das Standardwerk der deutschen astronomischen Literatur. Etwas verwirrt fragen wir den Autor, wie die Zahl zehn zu verstehen ist, wo in der neuesten Ausgabe doch siebte Auflage steht. Wischnewski erklärt uns, dass die Auflagenzählung 2004 neu begonnen hat, nachdem zuvor das Werk unter ähnlichen Namen bereits in drei anderen Editionen seit 1980 erschienen war. Insgesamt hat der Kaltenkirchener Astrophysiker fast 7.000 Arbeitsstunden in den letzten 36 Jahren in das Buch investiert. Schmunzelt ergänzt er, dass es sich um reine Netto-Arbeitsstunden handeln würde, und nicht um Büro-Anwesenheitszeiten.
Wir wollten von Erik Wischnewski sein Arbeitsgebiet genauer beschrieben wissen und erfuhren, dass der größte Teil seiner Zeit für die wissenschaftliche Arbeit benötigt wird. Wischnewski will Neues bringen und muss alles dafür zuvor selbst ausprobieren, das heißt beobachten und fotografieren, messen und berechnen und schließlich verständlich darstellen. Das bedeutet auch, Graphiken anzufertigen, weil ein Bild mehr als Tausend Worte sagt. Dann kommen umfangreiche Literatur-Recherchen hinzu, Selektieren des Wichtigen für den Leserkreis sowie kurz und knapp formulieren, aber dennoch verständlich. Schließlich leistet Wischnewski auch noch die gesamte Verlagsarbeit, vom Lektorat über die Herstellung bis hin zum Lagerwesen und Vertrieb. Diese Abwechslung, so verrät der 64-Jährige, macht besonders viel Spaß, vor allem, weil er dabei auf allen möglichen Gebieten geistig stark gefordert wird. So muss er sich in die Technik des Offsetdrucks genauso einarbeiten wie in die Lese- und Detailtypografie und die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung.
Ein Stammleser bedankte sich bei Wischnewski einmal mit den Wörten, dass er sowohl das Kompendium (opus magnum) als auch den kleinen Bruder (Fachwörterbuch) besäße und für ihn diese Lektüre spannender sei als jeder Krimi. Solche und ähnliche „Fan-Post“ motiviert den Autor und lässt ihn unermüdlich weiter machen, tags und vor allem nachts. Im Juli dieses Jahres ist nun nach drei Jahren Pause die neueste Ausgabe mit 1.152 Seiten auf einem besonderen Papier gedruckt worden. „Ich musste leichteres und damit dünneres Papier nehmen, weil das Buch schon zu schwer und dick geworden ist. Die Rückseite sollte aber auch genauso wenig durchscheinen wie zuvor und das Papier muss eine hohe Stabilität und Gleichmäßigkeit besitzen. Schließlich benutzen viele Leser das Buch ihr Leben lang. Da kam nur noch ein keramikbeschichtetes Papier in Betracht, das vermutlich das zurzeit Weltbeste für den Bilderdruck ist.
Passend zum Inhalt heißt es „Galaxi Keramik“. Etwas traurig teilte uns Wischnewski den aufgrund des traumhaften Papiers, der größeren Seitenzahl und weiterer betreibswirtschaftlicher Faktoren der Ladenpreis leider auf 88 Euro erhöht werden musste. Solange aber die Leser schreiben „Ein Klasse-Werk, das seinen Preis absolut wert ist.“, sollte sich Erik Wischnewski hierüber nicht den Kopf zerbrechen. Erhältlich ist das Buch im örtlichen Buchhandel und überall, wo es gute Bücher gibt. Wer beim Autor direkt kauft, kann auf Wunsch das Buch signiert oder mit einer ganz individuellen, persönlichen Widmung versehen bekommen.
Foto: Der Autor arbeitet tag und nachts an seinem Opus magnum.