Kaltenkirchen. Am 25. November hat die Stadtvertretung den kommunalen Kälte- und Wärmeplan beschlossen. Damit verfügt Kaltenkirchen über eine Strategie für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040.
Der Abschluss verzögerte sich aufgrund gesetzlicher Änderungen und zusätzlicher Informationspflichten, Bürgermeister Stefan Bohlen informierte die Öffentlichkeit im Mai darüber.
Umso größer ist nun die Erleichterung, den Einwohnerinnen und Einwohnern, Unternehmen und Interessierten einen verlässlichen Fahrplan an die Hand geben zu können.
Bürgermeister Stefan Bohlen: „Wir sind guter Dinge, dass der erste Schritt in Richtung klimaneutrale Wärmeversorgung abgeschlossen ist. Damit haben die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Unternehmen nun eine erste Orientierung, wie sich Kaltenkirchen zukunftsfähig aufstellen kann.“
Der rund 150 Seiten starke Endbericht weist für Kaltenkirchen einen jährlichen Wärmebedarf von 210 GWh aus. Daraus entstehen im Wärmesektor rund 53.000 Tonnen CO₂ pro Jahr. Um den Bedarf zu senken und schließlich klimaneutral zu decken, werden eine beschleunigte Gebäudesanierung, eine dezentrale Wärmeversorgung mit Wärmepumpen und in einigen Gebieten mit hoher Wärmedichte neue Wärmenetze empfohlen. Parallel werden die bestehenden Wärmenetze durch die Betreiber dekarbonisiert und hinsichtlich ihrer Erweiterungsmöglichkeiten geprüft. Die Potenzialanalyse weist neben Luft-Wärmepumpen außerdem geringe Möglichkeiten zur Nutzung von Abwasserwärme aus. Durchgeführt haben die kommunale Wärmeplanung die Ingenieurbüros Averdung und ZEBAU aus Hamburg.
Dr.-Ing. Helmut Adwiraah, Projektleiter bei Averdung Ingenieure & Berater fasst zusammen: „Für eine klimaneutrale Versorgung sollten möglichst viele der Gebäude in geeigneten Gebieten an Wärmenetze angeschlossen werden. Gute Voraussetzungen für Wärmenetze gibt es vor allem im Stadtzentrum, in mehreren Wohngebietsclustern sowie rund um die Grundschule am Lakweg.“
Marie Böge (ZEBAU) ergänzt: „Darüber hinaus werden dezentrale Lösungen eine bedeutende Rolle spielen. Jeder einzelne Haushalt, der seine Wärmeversorgung klimaschonend oder klimaneutral umgestaltet, trägt zum Erreichen der Kaltenkirchener Klimaziele bei. Auch nachbarschaftliche Initiativen zur Wärmeversorgung sind denkbar."
Seitens der Stadt Kaltenkirchen wird das Projekt durch die Klimaschutzmanagerin Franziska Hellmann begleitet: „Die kommunale Wärmeplanung ist als erster Schritt für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Kaltenkirchen zu verstehen. Damit die Treibhausgasemissionen aber tatsächlich sinken, müssen die Maßnahmen im Rahmen von Detailplanungen konkretisiert und dann auch umgesetzt werden. Dazu bleiben wir selbstverständlich im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, dem Handwerk, Unternehmen und möglichen Wärmenetzbetreibern. Den Fortschritt verfolgen wir laufend anhand verschiedener Kennzahlen und spätestens nach fünf Jahren wird die Planung fortgeschrieben oder angepasst.“
Parallel erarbeitet die Stadt ein integriertes Klimaschutzkonzept. Es ergänzt die Wärmeplanung um sektorenübergreifende Maßnahmen zu Mobilität, Konsum, Klimaanpassung und Begrünung – mit Fokus auf konkrete Schritte und die aktive Einbindung lokaler Akteurinnen und Akteure.
