Kaltenkirchen. Der Historiker Dr. Reimer Möller beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema NS- Endphasen-Verbrechen in Schleswig-Holstein. Im Rahmen eines Forschungsauftrags der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten hat er sich aktuell noch einmal intensiv mit den Transporten von Häftlingen aus dem KZ Neuengamme nach Lübeck und deren Verbringung auf in der Lübecker Bucht auf Reede liegenden Schiffen im April/Mai 1945 befasst.
Dabei nahm er insbesondere Befehlsstrukturen zu Kriegsende und daraus resultierende Entscheidungsprozesse in den Blick, aus denen sich erklärt, weshalb nach der Räumung des KZ Neuengamme der Transport der Häftlinge auf Schiffe in der Lübecker Bucht erfolgte. Seine Forschungsergebnisse wird Reimer Möller im Rahmen seines Vortrags vorstellen.
Zudem geht er in seinem Vortrag auf verschiedene Räumungstransporte von KZ-Häftlingen und Gefangenen aus NS-Haftstätten ein, die im Winter und Frühjahr des Jahres 1945 durch Schleswig-Holstein führten oder dort endeten. Er erläutert, warum diese Räumungstransporte in der Endphase des NS-Regimes erfolgten. Und er erklärt, warum sie in der Regel zu Todesmärschen wurden, die durch die Brutalität der Aufseher von SS und Polizei und durch hohe Zahlen von Todesopfern gekennzeichnet waren. Abschließend wirft Reimer Möller einen Blick auf die juristische Ahndung dieser Verbrechen nach 1945 und fragt nach dem Platz der NS- Endphasen-Verbrechen in der bundesdeutschen Erinnerungskultur.
Die Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und findet am Donnerstag, den 16.04.2026, um 18.30 Uhr in den Räumlichkeiten der KZ-Gedenkstätte, OT Springhirsch, an der B4, 24568 Nützen statt.
Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen und bitten vorab um eine kurze Anmeldung bis spätestens 14.04.2026 per Mail an ts@kz-gedenkstaette-kaltenkirchen.de
Die Vortragsveranstaltung ist Teil einer Reihe von Veranstaltungsaktivitäten zum Gedenken an den Todesmarsch Hamburg – Kiel im April 1945
