Kaltenkirchen. Mit großer Bestürzung reagiert die Stadt Kaltenkirchen auf die mutwillige Zerstörung eines Graffiti- und Kunstprojekts, das erst vor wenigen Monaten mit viel Engagement von Jugendlichen umgesetzt wurde. In der Nacht vom 11. auf den 12. März 2026 wurden die Kunstwerke an der Wand zwischen Marschweg und Hamburger Straße großflächig übermalt, beschmiert und damit unwiederbringlich zerstört.
Das Projekt „Kultur trifft Leerstand“ hatte jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich kreativ im öffentlichen Raum einzubringen und aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt mitzuwirken. Begleitet durch pädagogische Fachkräfte entstanden in rund 280 Arbeitsstunden eindrucksvolle Werke, die nicht nur das Stadtbild aufwerteten, sondern auch ein starkes Zeichen für Gemeinschaft, Teilhabe und kreative Ausdrucksformen setzten.
„Was hier zerstört wurde, ist weit mehr als Farbe auf einer Wand. Es ist das Ergebnis von Engagement, Teamarbeit und der Idee, jungen Menschen Raum für Kreativität zu geben“, betont Bürgermeister Stefan Bohlen. „Dass diese Arbeit innerhalb weniger Stunden zerstört wurde, ist enttäuschend und in keiner Weise hinnehmbar.“
Neben unsachlichen Schmierereien wurden auch politisch aufgeladene und strafrechtlich relevante Symbole hinterlassen. Die Stadt prüft daher weitere Schritte, einschließlich einer Strafanzeige wegen Sachbeschädigung.
Besonders wichtig ist der Stadt eine klare Einordnung: Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie verantwortungsvoll und kreativ sich viele Jugendliche engagieren. Pauschale Vorurteile gegenüber jungen Menschen sind fehl am Platz. Vielmehr haben hier einige wenige Personen bewusst die Arbeit vieler zerstört.
Gleichzeitig weist die Stadt darauf hin, dass es in Kaltenkirchen Möglichkeiten gibt, sich legal und kreativ mit Graffiti und Street Art auszudrücken. Diese Angebote sollen gezielt genutzt werden, um Kunst im öffentlichen Raum zu fördern – nicht zu zerstören.
Die beschädigte Fläche wird nun kurzfristig überarbeitet. Ob und in welcher Form ein neues Kunstprojekt an dieser Stelle entstehen kann, wird derzeit geprüft – auch im Austausch mit den beteiligten Jugendlichen.
Fest steht: Diese Tat ist nicht nur Sachbeschädigung, sondern ein Angriff auf Gemeinschaftssinn, Engagement und kreative Stadtentwicklung. Informationen zur Tat nimmt die Stadtverwaltung gerne entgegen.
Legale Sprayflächen befinden sich im Unterstand im Freizeitpark sowie am Unterstand auf dem Spielplatz alte Eichen im Lakweg.
