Neumünster (em) Der ver.di-Bezirk Südholstein ruft die Beschäftigten der Paracelsus Klinik GmbH & Co. KGaA, Wilstedter Straße 134, in 24558 Henstedt-Ulzburg, im Rahmen der bundesweiten Aktionen und Demonstrationen auf, sich am Montag, 4. November, von 12.30 bis 14 Uhr, zu beteiligen.

Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Ver-handlungen über einen Zukunftssicherungs-Tarifvertrag erhöht werden, die Grundbedingungen von ver.di zu erfüllen und eine Einigung mit ver.di über die Sicherung der Arbeitsplätze und Standorte zu erzielen. Die Beschäftigten bei Paracelsus sind nicht bereit, für das Missmanagement und die Gier des Gesellschafters in den vergangenen Jahren alleine die Zeche zu zahlen. Dieses Miss-management, massive Fehlentscheidungen bei Investitionen und die Ausschüttungen an den Gesellschafter haben den Paracelsus Konzern erst wirtschaftlich in die Situation gebracht, in der er heute ist.

In vielen Paracelsus Kliniken besteht erheblicher Modernisie-rungsbedarf, der für das Fortführen und zum Erhalt der Attrakti-vität der Kliniken für einweisende Ärzte und Patienten unbedingt umgesetzt werden muss. „Bei Vergütungen, die durchschnittlich 10 Prozent unter dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) für die Kranken-häuser liegen, sind die Beschäftigten finanziell auch gar nicht in der Lage, nachhaltig durch Verzicht auf Einkommensbestandteile die wirtschaftliche Gesundung des Konzerns alleine zu stemmen,“ so die ver.di-Bezirksfachbereichssekretärin für den Gesundheitsbereich, Imke Wriedt. „Gleichzeitig haben die Folgen einer extremen Arbeitsverdichtung wie Hektik, Stress und in der Folge die körperlichen und psychischen Belastungsfaktoren für die Beschäftigten in den vergangenen Jahren extrem zugenommen.“

Die Beschäftigten unterstützen mit ihren Aktionen jedoch die grundlegenden Ziele der ver.di-Tarifkommission, die mit einem Zukunftssicherungs-Tarifvertrag erreicht werden sollen:
• Einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen
• Eine Sicherung aller Standorte im Paracelsus Konzern
• Den Ausschluss von Outsourcing mit dem Ziel der Lohn-senkung für die betroffenen Beschäftigten
• Verlässliche Investitionsplanungen zum Erhalt und zur Modernisierung der Kliniken
• Die Einrichtung eines „Sanierungsbeirates“ der Arbeit-nehmer/innen, der die Umsetzung eines zu vereinbarenden Sanierungskonzeptes überwacht
• Maßnahmen gegen eine weitere Arbeitsverdichtung im Pflegebereich

Sollten diese Ziele erreicht werden können, ist die ver.di-Tarif-kommission bereit, auf die sonst bereits ab dem 01.07.2013 anstehende Forderung zur Vergütungssteigerung für die Lauf-zeit des Tarifvertrages zu verzichten. Verzichten würden die Beschäftigten auch auf eine Erfolgsbeteiligung, die ihnen bei auszuschüttenden Gewinnen anteilig zusteht. Ferner wären sie dazu bereit, über eine Stundung eines Teils der Jahressonderzahlung für einen befristeten Zeitraum von 12 Monaten dem Konzern ein zinsloses Darlehen zu gewähren. Um einen Kompromiss jedoch überhaupt erst zu ermöglichen, fordert ver.di eine verbindliche Erklärung des Gesellschafters, auf jegliche Gewinnausschüttung an den Gesellschafter während der Laufzeit des Tarifvertrages zu verzichten.

Es ist für ver.di unmöglich, dass die ohnehin viel zu gering bezahlten Beschäftigten bei Paracelsus auf Einkommensbestandteile verzichten, um dem Gesellschafter weiter „die Taschen zu füllen“. Ebenso notwendig ist der Nachweis über einen Gehaltsverzicht der Geschäftsführer, der leitenden Ärzte, der leitenden Angestellten, der Verwaltungsdirektoren und aller AT-Beschäftigten, mindestens in dem gleichen Umfang wie alle anderen Beschäftigten Gehaltsverzicht zu üben. Die Tarifverhandlungen über die Zukunftssicherung für Paracelsus gehen am 5. November in die dritte Verhandlungsrunde.