Neumünster. Bereits 2006 – damals noch in der Gerisch-Galerie – sowie erneut 2023 in der Remise präsentierte die Gerisch-Stiftung Arbeiten des niederländischen Künstlers herman de vries. Viele Besucherinnen und Besucher erinnern sich noch an seine eindrucksvollen Blättercollagen und das duftende Lavendelfeld. Seitdem wurden mehrere seiner aussagekräftigen Werke in die Sammlung aufgenommen.
herman de vries (*1931) prägt die Naturkunst durch seinen radikalen Ansatz, die Natur als autonomes Kunstwerk zu betrachten, oft ohne menschliches Eingreifen. Von Kindheit an erfährt er in der Natur eine "zeitliche Aufhebung des ich". Sie schenkt ihm ein Gefühl der Glückseligkeit. Aus dieser frühen Erfahrung heraus präsentiert uns der Künstler, Botaniker, Wissenschaftler, Dichter, Verleger, Philosoph und Landschaftsgestalter die Natur als autonomes, poetisches Subjekt. Sie ist seine Partnerin im ästhetischen Dialog.
Am 11. Juli wird der im Steigerwald lebende Niederländer 95 Jahre alt. Dieser Vortrag in der Reihe "Ikonen der Kunstgeschichte" vollzieht sein sich über Jahrzehnte manifestierendes Naturverständnis nach. Es ist ein Gestaltwandel wie ihn Naturwissenschaftler aktuell fordern. Mit ihm ließe sich richtig einschätzen, was angesichts menschlicher Einwirkung innerhalb von 70 Jahren entstanden ist - und vielleicht noch entstehen wird.
Freitag, 17. April, 18 Uhr Ikonen der Kunstgeschichte: herman de vries „Natur ist sich selber genug“ Vortrag mit Daniela Mett, Kulturjournalistin und Kuratorin
Kosten: 12 € inklusive einem Getränk im Anschluss Anmeldung unter Tel. 04321 555120 oder per E-Mail an kontakt@gerisch-stiftung.de
