Neumünster (em) Der Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster 2012 geht an den in Berlin lebenden Zeichner und Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. Die Jury traf ihre Entscheidung unter Würdigung seines Romans „Tschick“ (Rowohlt, 2010) und begründete dies nach ihrer Sitzung am 24. Oktober 2011 wie folgt: „Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ ist ein rasantes Road-Movie, kurzweilig geschrieben, witzig und traurig zugleich. Der Autor schafft jede Menge Situationskomik und skurrile Figuren, aus diesem Blickwinkel wird die deutsche Provinz zu einem großen Abenteuer.

Maik, der wohlstandsverwahrloste Ich-Erzähler, leidet an sich und seiner Umwelt, aber er bleibt nicht in Selbstmitleid und Weltschmerz stecken, sondern ist fähig zur Selbstironie das macht ihn sympathisch und zur perfekten Identifikationsfigur. Auch und gerade für junge Leser. Der Jugendjargon, den Herrndorf gewählt hat, ist mitreißend und auch glaubwürdig, weil er ohne Anbiederei daherkommt.“

Die feierliche Preisverleihung wird voraussichtlich Anfang März 2012 in Neumünster stattfinden. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro. Mitglieder der Jury 2012 waren: Der 1. Stadtrat der Stadt Neumünster Günter Humpe-Waßmuth (Vorsitz), Lukas Bärfuss (voriger Preisträger), Prof. Dr. Heinrich Detering, Franziska Wolffheim, Renée Clément, Werner Liersch, Wend Kässens.

Wolfgang Herrndorf wurde 1965 in Hamburg geboren und studierte nach seinem Schulabschluss Kunst in Nürnberg. Seit vielen Jahren lebt Herrndorf in Berlin, wo er anfangs unter anderem als Illustrator und Zeichner für das Satiremagazin „Titanic“ arbeitete. Im Jahr 2002 erschien sein erster Roman „In Plüschgewittern“, der von der Kritik dem Genre „Popliteratur“ zugeordnet wurde. Für seine Erzählung „Diesseits des Van-Allen-Gürtels“ erhielt Herrndorf 2004 den Publikumspreis des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs. Für den Roman „Tschick“ wurde ihm bereits der Clemens-Brentano-Preis 2011 sowie der Deutsche Jugendliteraturpreis 2011 in der Sparte Jugendbuch zuerkannt.