Norderstedt (em) So hatten sich die frisch vermählten Eheleute sich ihren „schönsten Tag im Leben“ wohl nicht vorgestellt. Am vergangenen Samstagabend feierten ein 26 Jahre alter Mann und eine 22 Jahre alte Frau aus Elmshorn ihre Hochzeit in einem Festsaal in Norderstedt.

Gegen 22.45 Uhr wurden die Beamten zu der Feier gerufen, da dort der Bruder der Braut „durchdrehen“ sollte. Als die Beamten vor Ort ankamen, redete eine weitere Polizeistreife bereits mit dem 25-jährigen Bruder und ging mit ihm auf die gegenüberliegende Straßenseite zur Entschärfung und Klärung der Situation. Laut Zeugenangaben habe der Bruder auf der Feier zu viel Alkohol getrunken und wurde von seiner Mutter nach draußen gebracht, um dort ein wenig auszunüchtern. Dies gefiel dem 25-Jährigen jedoch nicht. Er verlangte den Autoschlüssel, um nach Hause zu fahren. Als er diesen nicht ausgehändigt bekam, rastete er ganz aus und schlug mit der Faust auf die Motorhaube. Seine Schwester, die Braut, versuchte ihn zu beruhigen, was aber misslang.

Der Bräutigam schritt daraufhin ebenfalls ein, was mit einer aufgeplatzten Lippe nach Kopfnuss endete. Der 25-Jährige konnte daraufhin von sechs Personen zu Boden gebracht werden. Die Polizisten versuchten in einem folgenden Gespräch beruhigend auf den Mann einzuwirken. Dieser verhielt sich aber zunehmend aggressiv. In einem Moment, wo ein Beamter mit dem Rücken zur Fahrbahn stand, da er versuchte, die Personalien der Lebenspartnerin des 25-Jährigen festzustellen, wurde er von hinten von dem Beschuldigten angegriffen. Der Bruder der Braut nahm den Beamten in den „Schwitzkasten“ und riss ihn zu Boden. Hier quetschte er den oberen Hals des Beamten so stark, dass dieser sich nicht alleine befreien konnte. Erst mit Hilfe der Kollegen konnte der 25-Jährige von dem Polizisten gezogen und ihm Handschellen angelegt werden. Er wurde dem Gewahrsam Norderstedt zugeführt. Da der 25-Jährige vor Ort 1,06 Promille gepustet hatte, wurde ihm auf der Dienststelle eine Blutprobe entnommen. Er wurde zudem erkennungsdienstlich behandelt. Er verblieb zunächst im Gewahrsam der Polizei zur Verhinderung weiterer Straftaten.

Originaltext: Polizeidirektion Bad Segeberg