Norderstedt. Einstimmig (bei 18 Enthaltungen) haben die Norderstedter Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter am gestrigen Dienstag (17. Februar) zu später Stunde dem Doppelhaushalt 2026/2027 zugestimmt. Oberbürgermeisterin Katrin Schmieder begrüßte die Entscheidung: „Gerade in schwierigen Zeiten braucht es klare politische Entscheidungen und den Willen, für den Haushalt und damit die Sicherung der Handlungsfähigkeit der Stadt Verantwortung zu übernehmen.“ Die Leiterin der Stadtverwaltung bedankte sich bei der Politik für die „intensiven und verantwortungsbewussten Vorarbeiten“ in den politischen Fraktionen und in den Fachausschüssen. Das Thema Haushalt sei bekanntlich die „Königsdisziplin“ der Kommunalpolitik – „aber in so schwierigen Zeiten gibt es dabei keinen Königsweg“, so die Oberbürgermeisterin. „Haushaltssteuerung endet nicht mit dem Beschluss zum Haushalt, sondern sie beginnt jetzt erst richtig.“

Der jetzt beschlossene Doppelhaushalt weist erstmals in der Geschichte der Stadt bereits in der Planung des Ergebnishaushaltes für 2026 ein Minus von 19,85 Millionen Euro aus; für 2027 von 17,59 Millionen Euro. Das Minus wird durch Entnahmen aus der Rücklage ausgeglichen. „Die Haushaltslage ist für uns alle neu und herausfordernd, aber sie ist nicht zuletzt auch im Rahmen der finalen Sitzung der Stadtvertretung sachlich und verantwortungsbewusst diskutiert worden“, erklärte Katrin Schmieder. „Wir leben in einer lebenswerten Stadt, in der auch in Zukunft der Fokus auf Familien, Bildung, Sicherheit, Gemeinschaft, Sport und Kultur sowie auf die große Aufgabe der Instandhaltung der Infrastruktur gelegt wird. Handlungsfähigkeit und Resilienz beschreiben die Richtung der nächsten Jahre.“  Die Oberbürgermeisterin sieht dabei die Verwaltung gefordert, „den eingeleiteten strukturellen Wandel in der Verwaltung fortzusetzen und konsequent weiter auf Aufgabenkritik, Modernisierung und Digitalisierung zu setzen. Klar ist, dass außer den Aufgaben auch die Ausgaben kritisch überprüft und Vorhaben priorisiert werden müssen“.  Auch dazu sei mit dem politischen Beschluss der „Bauprio“-Liste ein deutliches Zeichen gesetzt worden. 

Mit dem Beschluss zum Doppelhaushalt endet die Phase der vorläufigen Haushaltsführung. „Dies schafft endlich die notwendige Planungssicherheit auch für Vereine, Verbände sowie soziale Institutionen, die in besonderem Maße auf die Unterstützung und Verlässlichkeit der Stadt zählen“, sagte Katrin Schmieder. 

Die Oberbürgermeisterin machte deutlich, dass Haushaltskonsolidierung kein kurzfristiger Prozess sei. Politische Verantwortung würde auch bedeuten, in den Folgemonaten unter fragilen Rahmenbedingungen weiter am Haushalt zu arbeiten und gemeinsam um die Handlungsfähigkeit zu ringen. „Ich habe in den Beratungen und in der Beschlussfassung die Bereitschaft erlebt, diese Verantwortung ernsthaft wahrzunehmen“, betonte Katrin Schmieder. „Das stimmt mich zuversichtlich für den weiteren Weg unserer Stadt.“