Quickborn, Dezember 2025 Kurz vor Weihnachten hat die DLRG Quickborn ihre neue Erkundungsdrohne in Empfang genommen. Die professionelle Drohne vom Typ DJI Matrice 4DT wurde durch die Firma Drone Safety aus Neumünster an die Ortsgruppe übergeben, technisch eingerichtet und für den künftigen Einsatz vorbereitet. Mit dem System erweitert die DLRG Quickborn ihre Möglichkeiten bei Lageerkundung, Personensuche, Absicherung von Einsatzstellen sowie bei Großschadenslagen und Veranstaltungen. Ein speziell geschultes Team steht bereits bereit.
„Die Drohne hilft uns, komplexe Lagen schneller zu überblicken und strukturierter zu handeln“, sagt der Vorsitzende Kai Jacobsen. „Sie ersetzt niemanden am Boden – aber sie gibt uns zusätzliche Informationen, die Entscheidungen sicherer machen.“
Übergabe kurz vor Weihnachten – Praxistest unter schwierigen Bedingungen
Die Übergabe und Einweisung erfolgten durch das Team von Drone Safety. Schon am selben Tag konnte die Drohne unter realistischen Bedingungen getestet werden: kalte Luft, dichter Nebel, eingeschränkte Sicht.
Große Höhenflüge waren zwar nicht möglich, doch bereits im Nahbereich zeigte die Drohne ihre Praxistauglichkeit: stabile Flüge, klare Lagebilder und präzise Steuerung. Automatisierte Abflüge markierter Flächen sowie die direkte Übergabe von Positionsdaten an die Einsatzkräfte funktionierten zuverlässig.
„Gerade dieser Test unter schwierigen Bedingungen hat gezeigt, dass die Technik nicht nur im Prospekt gut aussieht, sondern im Einsatzalltag funktioniert“, so Jacobsen.
Technik — konsequent für Einsatzlagen ausgewählt
Die Drohne ist mit hochauflösenden Kameras sowie einer Wärmebildkamera ausgestattet und ermöglicht so Erkundungen auch bei Dunkelheit oder schlechter Sicht. Ergänzt wird das System durch sichere Datenübertragung und Dokumentationsmöglichkeiten – wichtig für die Einsatzleitung.
Die Drohnen-Experten Sören Koshyk und Thorsten Eichert aus Neumünster begleiteten die DLRG Quickborn als fachlicher Dienstleister bei Auswahl, Einrichtung und Einweisung. Weitere einsatzbezogene Schulungen sind geplant.
Ausbildung: seit 2024 geplant – Schritt für Schritt aufgebaut
Das Projekt startete bereits 2024 mit ersten Konzepten, Förderanträgen und Planungen. Seitdem arbeitet die Ortsgruppe daran, die Einheit strukturiert aufzubauen.
Ein zehnköpfiges Team hat sich gezielt qualifiziert. Der Technische Leiter Einsatz, Torben Bläse, sowie der Vorsitzende Kai Jacobsen absolvierten die Ausbildung zum „Fernpiloten im Bevölkerungsschutz“ nach den Vorgaben der EGRED des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Weitere Mitglieder erwarben den europäischen Drohnenführerschein.
Gemeinsame Übungen – unter anderem mit der DLRG Elmshorn – gaben praktische Routine. Die Elmshorner sind als erfahrene Schnelleinsatzgruppe (SEG) Wasserrettung tätig und zugleich im Katastrophenschutz eingebunden.
Ein weiterer Aspekt: Die Drohnengruppe bietet engagierten Jugendlichen, die aus dem Jugend-Einsatz-Team herauswachsen, eine sinnvolle Perspektive, Verantwortung zu übernehmen und sich weiterzuqualifizieren.
Teil eines wachsenden Netzwerkes
Drohnen werden in verschiedenen DLRG-Einheiten in Schleswig-Holstein bereits eingesetzt — meist als ergänzendes Werkzeug in bestehenden Einsatzgruppen.
Die Quickborner Ortsgruppe geht mit ihrem Konzept einen Schritt weiter: Die Drohne wird als eigenständige Fernaufklärungs- und Unterstützungseinheit aufgebaut – modular, anforderbar und in enger Zusammenarbeit mit den DLRG-Einheiten im Kreis Pinneberg.
Parallel gibt es bereits einen offenen Austausch mit der Quickborner Feuerwehr und anderen Quickborner Organisationen, um gemeinsame Übungen zu planen und Einsatzabläufe aufeinander abzustimmen.
Kollektiv finanziert
Die Investition in Technik, Ausbildung und Ausstattung liegt insgesamt im mittleren fünfstelligen Bereich.
Finanziert wurde das Projekt aus Förder- und Spendenmitteln der Stadt Quickborn sowie der DLRG, aus der erfolgreichen Spendenaktion „Unser Ding“ der VR Bank in Holstein, durch weitere private Spenden sowie durch Eigenmittel der Ortsgruppe.
Ein Gewinn für Quickborn und den Kreis Pinneberg
Die Fernaufklärungsgruppe der DLRG Quickborn ist derzeit die einzige Drohneneinheit der DLRG im Kreis Pinneberg und eine von wenigen Luftaufklärungseinheiten im Landesverband Schleswig-Holstein. Sie ergänzt die bestehenden Strukturen im Bevölkerungsschutz und stärkt die Zusammenarbeit mit den örtlichen Partnern.
Ausblick: Ausbildung vertiefen – Einsatzfähigkeit weiter ausbauen
Für das Frühjahr plant die DLRG Quickborn den nächsten Ausbau-Schritt. Weitere Mitglieder der Drohnengruppe sollen nach BOS-Standards im Bevölkerungsschutz ausgebildet werden, sodass die Einheit künftig noch stabiler und planbarer eingesetzt werden kann. Parallel wird die Ausstattung so ergänzt, dass die Fernaufklärungsgruppe strukturiert und einsatztauglich ausrücken kann – unter anderem mit einer durchdachten Bestückung des Einsatzanhängers, einem effizienten Transportsystem sowie einem wettergeschützten Arbeitsbereich.
„Wir wollen die Drohne nicht nur besitzen, sondern sie professionell in unsere Einsatzabläufe integrieren“, sagt Kai Jacobsen. „Mit weiterer Ausbildung und der passenden Ausstattung entsteht Schritt für Schritt eine belastbare Einheit, die zuverlässig unterstützt.“
