Kreis Segeberg. Mit rund 140 Teilnehmer*innen aus dem gesamten Kreisgebiet hat die Konferenz Chancengleichheit des Kreises Segeberg ein starkes Signal für mehr Teilhabe, Austausch und gemeinsames Engagement gesetzt. Die Veranstaltung ist ein zentraler Baustein für die Entwicklung des "Aktionsplans Chancengleichheit" und wurde vielfach als inspirierend, bereichernd und motivierend beschrieben.
Zur Konferenz kamen Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen: Selbstvertreterinnen, Ehrenamtliche, Vertreterinnen aus Politik, Beiräten und Netzwerken, Vereinen, (Wohlfahrts-)Verbänden, freien Trägern, Schulen, Kindergärten, Verwaltungen sowie Einwohnerinnen. Die Bandbreite reichte von engagierten Bürgerinnen bis hin zu Vorständen, Geschäftsführungen, Fachbereichsleitungen, dem Kreistagspräsidenten und Landrat Jan Peter Schröder.
Im Sozialausschuss hat sich ein fraktionsübergreifender Arbeitskreis gegründet, der den Prozess aktiv mitbegleitet und -gestaltet. Die zuständigen Kreistagsmitglieder waren ebenfalls bei der Konferenz dabei.
"Ein gerechterer Kreis entsteht nur gemeinsam – durch Austausch, Zusammenarbeit und das Mitwirken vieler Menschen", betonte Landrat Jan Peter Schröder. "Die große Beteiligung und die Offenheit der Teilnehmer*innen zeigen, wie viel Engagement, Wissen und Erfahrung es im Kreis Segeberg gibt."
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Chancengleichheit im Kreis Segeberg konkret verbessert werden kann. Ziel des Aktionsplans ist es, Barrieren im Alltag sichtbar zu machen und schrittweise gemeinsam abzubauen – unabhängig von individuellen Merkmalen oder Lebenslagen wie Alter, Behinderung, Herkunft, Geschlecht oder sozialer Lage.
Ein besonderer Schwerpunkt der Konferenz lag auf dem interaktiven Austauschformat "Sprechen und Zuhören", das von Claudine Nierth begleitet wurde. In kleinen Vierergruppen tauschten sich die Teilnehmer*innen intensiv über ihre Erfahrungen und Perspektiven aus. Viele beschrieben das Format als außergewöhnlich offen und wertvoll, weil es ermöglicht habe, andere Sichtweisen besser zu verstehen und neue Perspektiven kennenzulernen. Gleichzeitig entstanden zahlreiche neue Kontakte und Vernetzungen.
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmer*innen in sieben Workshops zu zentralen Handlungsfeldern:
- Umgang miteinander und Umgang mit Behörden
- Gesundheit und Pflege
- Mobilität, Wohnen und Bau
- Arbeit und Beschäftigung
- Bildung und Lernen
- Kultur, Freizeit und Sport
- Politik, Mitbestimmung und Ehrenamt
Dabei entstanden rund 30 Ergebnisplakate mit Ideen, Hinweisen und konkreten Ansätzen für Verbesserungen. Diese Ergebnisse werden nun gemeinsam mit den Erkenntnissen aus der bereits durchgeführten Umfrage in die Entwicklung des Aktionsplans Chancengleichheit einfließen.
"Die Konferenz und die Umfrage waren ein kraftvoller Auftakt für den weiteren Prozess", sagt Gunda Züllich, Projektleiterin des Aktionsplans Chancengleichheit. "Uns ist wichtig, dass die vielen engagierten Menschen auch weiterhin Teil dieses Weges bleiben. Denn echte Veränderungen können nur gemeinsam entstehen."
Der Kreis Segeberg versteht den Aktionsplan ausdrücklich als langfristigen Lern- und Entwicklungsprozess. Veränderungen sollen Schritt für Schritt entstehen. Dabei geht es auch darum, Erfahrungen auszuwerten, aus Fehlern zu lernen und Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln. Der Kreis sieht sich in diesem Prozess als Impulsgeber, Initiator und Plattform für Austausch, Vernetzung und Zusammenarbeit.
Im Fokus stehen insbesondere Themen und Maßnahmen, bei denen auf kommunaler Ebene konkrete Handlungsspielräume bestehen. Gleichzeitig soll Chancengleichheit dauerhaft als Querschnittsthema in der Kreisverwaltung verankert und gemeinsam weiterentwickelt werden.
"Chancengleichheit ist kein Thema, das man mit einer einzelnen Maßnahme erledigt", so Landrat Schröder. "Es braucht Zeit, Zusammenarbeit und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Genau dafür hat diese Konferenz ein starkes Fundament gelegt."
Zum Abschluss der Konferenz sprachen sich alle im Plenum mit farbigen Abstimmungskarten dafür aus, ein solches Beteiligungsformat zu wiederholen – ein deutliches Zeichen für den Wunsch nach weiterem Austausch und gemeinsamer Gestaltung.
Die Konferenz wurde moderiert von Stefan Burkhardt, der bundesweit inklusive Austauschformate begleitet. Neben Landrat Jan Peter Schröder wirkten unter anderem Claudine Nierth vom Verein "Mehr Demokratie" sowie Gunda Züllich als Projektleitung des Aktionsplans mit. Die federführende Organisation lag beim Büro für Chancengleichheit und Vielfalt des Kreises Segeberg in enger Zusammenarbeit mit weiteren Planungskräften und Mitarbeiter*innen der Kreisverwaltung.
Wer den weiteren Prozess verfolgen oder sich künftig einbringen möchte, kann sich über die Internetseite des Kreises Segeberg für den Newsletter zum Aktionsplan Chancengleichheit anmelden: www.segeberg.de/aktionsplan
