Bad Segeberg. Kinder und Jugendliche sind von politischen Entscheidungen unmittelbar betroffen – etwa in Schule, Mobilität, Klima, Digitalisierung oder sozialer Gerechtigkeit. Dennoch werden ihre Perspektiven in politischen Prozessen häufig zu spät oder gar nicht einbezogen. Dabei ist Beteiligung kein freiwilliges Extra: Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention sichert jungen Menschen das Recht zu, ihre Meinung in allen sie betreffenden Angelegenheiten frei zu äußern und angemessen berücksichtigt zu werden und § 47f der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein (GO) verpflichtet Städte und Gemeinden gesetzlich, Kinder und Jugendliche bei allen sie betreffenden Vorhaben angemessen zu beteiligen. „Aber wo ist diese Beteiligung?“, fragt Marc Krampitz, stellvertrendender Vorsitzender des KJR Segeberg e.V., „Wer nicht wählen darf und keine starke Lobby hat, wird schnell überhört – deshalb braucht es Wege, auf denen junge Menschen laut werden können.“
Mit der Aktion „Deine Stimme. Deine Post.“ schafft der Kreisjugendring Segeberg e. V. ab dem 7. September einen direkten und niedrigschwelligen Weg, Anliegen junger Menschen an politische Entscheidungsträger*innen zu richten. Den Auftakt bildet eine Aktionswoche mit mobilen Pop-up-Mitmachangeboten an verschiedenen Orten im gesamten Kreis Segeberg –unter anderem an Schulen und Mitglieds-Vereinen. Das „Brief-Mobil“ des KJR Segeberg e.V. fährt die teilnehmenden Orte an und bietet dort jeweils für etwa eineinhalb bis zwei Stunden Raum, um sich spielerisch mit politischen Themen und Zuständigkeiten auseinanderzusetzen, eigene Anliegen zu formulieren und Briefe an die zuständigen Stellen zu schreiben.
Ein Signal an die Politik Ziel ist es, junge Stimmen sichtbar zu machen und Verantwortung dort einzufordern, wo Entscheidungen getroffen werden. Die Aktion verbindet politische Bildung mit konkreter Beteiligung: Wer schreibt, kann eigene Themen benennen, Zuständigkeiten verstehen und erleben, dass politische Mitgestaltung möglich ist.
Der KJR Segeberg e.V. initiiert das Projekt, lädt jedoch ausdrücklich Vereine, Schulen, Jugendgruppen, Einrichtungen und weitere Kreisjugendringe dazu ein, eigene Briefaktionen umzusetzen. Materialien und Anregungen werden auf der Projektwebsite bereitgestellt. Die Aktion soll über den Kreis Segeberg hinauswachsen: Je mehr Orte mitmachen, desto stärker wird das Signal an Politik und Öffentlichkeit, dass junge Menschen nicht nur betroffen sind, sondern mitreden wollen und müssen!
