Bad Segeberg. Was bewegt junge Menschen? Was macht sie wütend? Und was soll sich verändern? Antworten auf diese Fragen sammelt der Kreisjugendring Segeberg e.V. im Rahmen des Projekts „Deine Stimme. Deine Post.“ Zum Start war vom 7. bis 11. September das mobile Brief-Mobil an zehn Orten im Kreis Segeberg unterwegs. Neben der mobilen Tour beteiligten sich weitere Jugendhäuser, Initiativen und Einrichtungen mit eigenen Briefeschreib-Angeboten. Damit wurde das Projekt an zahlreichen Orten im Kreis Segeberg sichtbar. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Heidehof Stiftung, der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, der Abriporta Stiftung sowie Holsteins Herz e.V.
Kinder und Jugendliche konnten vor Ort Informationen erhalten, sich spielerisch mit politischen Zuständigkeiten beschäftigen und eigene Briefe schreiben. Ihre Themen waren vielfältig: Schule, Klima, erhöhte Preise, Freizeitmöglichkeiten, Diskriminierung und die Frage, warum junge Menschen mit ihren Anliegen so oft nicht ausreichend unterstützt werden.
„Kinder und Jugendliche wissen selbst am besten, was in ihrem Alltag fehlt. Sie haben ein Recht darauf, dass ihre Meinung nicht nur angehört, sondern ernst genommen wird“, sagt Jana Oelschlägel, 1. Vorsitzende des KJR Segeberg e.V.
Selbstwirksamkeit erleben Auch die Jugendsammlung war Thema: in einem festgelegten Zeitraum können Kinder und Jugendliche für eigene Projekte in ihren Vereinen und Verbänden selbst Geld sammeln. Zusätzlich finanziell unterstützt wird die Jugendsammlung durch die Stiftung der Sparkasse Südholstein. Im begleitenden zirkuspädagogischen Angebot konnten sich die jungen Menschen außerdem in Jonglage und Co ausprobieren. Viele blieben zunächst wegen des Zirkusmaterials stehen und kamen anschließend mit den weiteren Angeboten ins Gespräch. Die Verbindung der 3 Elemente zeigten, wie wichtig sowohl eigene Ideen, aber auch politische Unterstützung sind.
„Beim Jonglieren oder Diabolo erleben Kinder unmittelbar: Ich kann etwas, auch wenn andere mich vielleicht unterschätzen. Genau diese Erfahrung von Selbstwirksamkeit wollten wir auch mit dem Brief-Projekt ermöglichen“, erklärt Bildungsreferent*in Leonie Ruhland.
Materialangebote und -ideen für eigene Aktionen stehen weiterhin auf der Website des Kreisjugendrings zur Verfügung. Jugendhäuser & -gruppen, Vereine, Schulen und Initiativen sind eingeladen, das Projekt zu übernehmen und an ihre Zielgruppen anzupassen.
„Für Jugendbeteiligung braucht es nicht immer parlamentarische Strukturen. Ein Tisch, Papier, Stifte und ein offenes Ohr sind ein guter Anfang“, so Oelschlägel. „Entscheidend ist, dass junge Menschen einen Raum bekommen, in dem sie ihre Forderungen formulieren und adressieren können.“
Ob Briefeschreib-Tisch, eigener Briefkasten, gemeinsames Themensammeln oder ein Aktionstag: Jede Einrichtung kann dazu beitragen, junge Stimmen sichtbar zu machen
