Kreis Segeberg. Mit einer feierlichen Freisprechung hat die Tischler-Innung im Kreis Se-geberg am Freitagnachmittag acht junge Tischlerinnen und Tischler in den Gesellenstand erhoben. Der neue Obermeister Peer Leve sprach die Absolventen offiziell von ihren Lehrlingspflichten frei und würdigte ihre Leistungen vor Familien, Freunden und Ausbildungsbetrieben. Für Peer Leve war es die erste Freisprechungsfeier als Obermeister. Er folgt auf Thomas Jenning, der mittlerweile zum Ehrenobermeister ernannt wurde.  „Ihr habt einen wunderbaren Beruf erlernt und die Grundlagen des Tischlerhandwerks kennengelernt. Heute endet eure Ausbildung und gleichzei-tig beginnt eure eigentliche berufliche Laufbahn“, sagte Leve in seiner Ansprache. Gerade die Vielseitigkeit mache den Beruf des Tischlers so spannend. Er verbinde Kreativität, handwerkliches Können und moderne Technik mit dem Werkstoff Holz. „Genau deshalb bin ich überzeugt, dass unser Beruf auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz nicht ersetzt werden kann“, betonte der Obermeister. Zugleich ermutigte er die jun-gen Gesellinnen und Gesellen, sich kontinuierlich weiterzubilden – etwa zum Meister, Techniker oder durch ein Studium. Das Handwerk biete zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten. 

Auch der ehemalige Obermeister Thomas Jenning wandte sich mit persönlichen Worten an den Tischlernachwuchs. Er erinnerte daran, dass Tischler traditionell als „Könige des Handwerks“ bezeichnet würden. 

„Also müssen wir uns auch wie Könige verhalten“, gab er den frischgeba-ckenen Gesellen mit auf den Weg. Damit verband er den Appell, den Be-ruf mit Stolz, Verantwortungsbewusstsein und einem hohen Qualitätsanspruch auszuüben. 

Ausgezeichnet - die drei Besten  Im Rahmen der Feier wurden die drei besten Absolventen des Jahrgangs ausgezeichnet. Den ersten Platz belegte Raphael Olivieri Nunez, der seine Ausbildung bei der Daniels GmbH in Bornhöved absolvierte. Zweitbester Geselle wurde Maximilian Lübke, ausgebildet bei Tischlermeister Lars Lohse in Kisdorf. Den dritten Platz erreichte seine Kollegin Bodil Jannike Boy. Eine besondere Anerkennung erhielt der Innungsbeste von der Werner-Hesebeck-Stiftung aus Henstedt-Ulzburg. Bernd Langbehn überreichte im Namen der 2003 gegründeten Stiftung eine finanzielle Förderung als Würdigung seiner besondere Ausbildungsleistungen. 

Innungsbester plant Studium im Industriedesign  Der 22-jährige Raphael Olivieri Nunez aus Trappenkamp verkürzte seine Ausbildung nach dem Abitur auf zwei Jahre. Künftig möchte er Industriedesign studieren. Die Entscheidung für eine handwerkliche Ausbildung bereut er jedoch keineswegs. „Die Tischlerausbildung ist eine wunderbare Basis für das Studium. Viele Dinge werde ich dort gut gebrauchen können“, sagte er. Darüber hinaus habe er wertvolle Lebenserfahrung gesammelt: „Ich habe gelernt, wie das echte Arbeitsleben im Betrieb ist und wie der Umgang mit Kollegen funktioniert.“ Er hält sich offen, nach dem Studium eventuell wieder als Tischler zu arbeiten. „Das ist ja das Gute, dass ich meine Ausbildung habe“, sagte der 22-Jährige. Besonders begeistert ihn der Werkstoff Holz: „Holz ist für mich das schönste Material, weil ich es kreativ und abwechslungsreich bearbeiten kann.“