Kaltenkirchen. Am 14. Januar feiert die Stadt Kaltenkirchen das Richtfest für den Neubau von Notunterkünften am Kamper Stieg. Mit dem Projekt schafft die Stadt zusätzliche Kapazitäten für die temporäre und kurzfristig verfügbare Unterbringung von Geflüchteten und obdachlosen Menschen.

Hintergrund des Neubaus ist die zunehmend schwierige Situation, obdachlose Personen sowie Geflüchtete in regulärem Wohnraum unterzubringen. Die Stadtvertretung hatte daher in ihrer Sitzung am 25. Juni 2024 den Abriss des sanierungsbedürftigen Holzhauses am Standort beschlossen und gleichzeitig die Erweiterung der bestehenden Notunterkunft beauftragt.

Der Neubau wird als Notunterkunft realisiert und dient der schnellen, flexiblen und zeitlich begrenzten Unterbringung. Im Gegensatz zu dauerhaftem Wohnraum handelt es sich um eine funktionale Lösung zur Erfüllung der kommunalen Unterbringungspflicht, die soziale Standards berücksichtigt, ohne langfristige Wohnverhältnisse zu begründen.

Die Erweiterung umfasst drei Vollgeschosse mit Walmdach und eine Wohn- und Nutzfläche von rund 855 Quadratmetern. Nach der aktuellen Planung bietet der Neubau Platz für insgesamt 61 Personen. Im Erdgeschoss sind Unterkünfte für 17 Personen vorgesehen, ergänzt um vier Büroräume für Verwaltung und Betreuung. Im 1. Obergeschoss können 22 Personen, im Dachgeschoss weitere 22 Personen untergebracht werden.

Bürgermeister Steffen Bohlen erklärt: „Die Stadt steht vor der Aufgabe, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben. Mit dem Neubau der Notunterkunft am Kamper Stieg schaffen wir eine notwendige und verantwortungsvolle Lösung, um Geflüchtete und obdachlose Menschen sozialadäquat unterzubringen und gleichzeitig auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet zu sein.“

Anlässlich des Richtfestes ergänzt Bohlen: „Das heutige Richtfest zeigt, dass wir bei diesem wichtigen Projekt gut vorankommen. Mein Dank gilt allen Beteiligten aus Politik, Planung, Verwaltung und Bau, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass wir diese dringend benötigte Infrastruktur realisieren können.“

Die Stadt Kaltenkirchen rechnet auch in den kommenden Jahren mit konstant hohen Zuweisungszahlen. Für 2025 waren es 118 zugewiesene Personen durch den Kreis, für 2026 bleibt es voraussichtlich bei derselben Zahl. Um auch künftig angemessen reagieren zu können, sind weitere Unterbringungsmöglichkeiten erforderlich.

Die Baugenehmigung für das Vorhaben wurde am 7. November 2024 erteilt. Die Ausschreibungen für Erd- und Rohbauarbeiten erfolgen noch im Januar 2025, der Bau startete im März 2025. Die Fertigstellung der neuen Notunterkunft ist derzeit für Juli 2026 vorgesehen.

Im Haushalt 2025 sind für das Projekt 2,4 Millionen Euro veranschlagt, ergänzt durch eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 1,5 Millionen Euro für 2026. Die Gesamtkosten der Erweiterung belaufen sich nach aktueller Kostenschätzung auf 3.322.331 Euro, vorbehaltlich der Ergebnisse der Ausschreibungen.

Mit dem Neubau am Kamper Stieg reagiert die Stadt Kaltenkirchen vorausschauend auf bestehende und zukünftige Herausforderungen in der Unterbringung und stärkt ihre kommunale Infrastruktur im Bereich der sozialen Daseinsvorsorge.