Kaltenkirchen. Mit dem nahenden Ende des Winters und dem Beginn der Gartensaison rückt auch der Schutz heimischer Wildtiere wieder stärker in den Fokus. Besonders der Igel, der in unseren Wohngebieten zunehmend Lebensraum findet, ist auf Rücksicht und verantwortungsbewusstes Handeln angewiesen.

Die Stadt Kaltenkirchen hatte sich im vergangenen Jahr mit der Frage eines möglichen Nachtfahrverbots für Mähroboter beschäftigt und dazu den Austausch mit dem Kreis Segeberg gesucht. In seiner fachlichen Stellungnahme weist der Kreis darauf hin, dass der Igel als besonders geschützte Art gemäß § 44 Bundesnaturschutzgesetz bereits heute umfassend geschützt ist und Verletzungen oder Tötungen – auch durch Gartengeräte – verboten sind. 

Gleichzeitig macht die Untere Naturschutzbehörde deutlich, dass ein pauschales Nachtfahrverbot für Mähroboter aus fachlicher Sicht nicht als zielführend bewertet wird. Stattdessen wird empfohlen, verstärkt auf Information, Sensibilisierung und eine naturnahe Gartengestaltung zu setzen. 

„Gerade jetzt, wo die Gartensaison beginnt, möchten wir die Bürgerinnen und Bürger in Kaltenkirchen dafür sensibilisieren, ihre Gärten igelfreundlich zu gestalten“, so Bürgermeister Stefan Bohlen. „Wer auf nächtliches Mähen verzichtet, Laubhaufen als Rückzugsorte belässt, Durchgänge in Zäunen schafft und technische Geräte umsichtig einsetzt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz – direkt vor der eigenen Haustür.“

Städten wie Kaltenkirchen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Naturnahe Gärten, weniger Versiegelung und ein bewusster Umgang mit Technik können entscheidend dazu beitragen, die Lebensbedingungen für Igel und andere Kleintiere zu verbessern.

Kaltenkirchen setzt damit auf Eigenverantwortung, Information und gemeinsames Handeln – für eine lebendige, artenreiche Stadt zum Start in den Frühling.

 

Igel schützen – kurz & praktisch

Mähroboter

  • nicht nachts fahren lassen
  • feste Mähzeiten am Tag einstellen
  • Rasen auf Igelbesuch kontrollieren
  • Schnitthöhe nicht zu niedrig wählen

Rückzugsorte

  • Laub- und Reisighaufen liegen lassen 
  • wilde Ecke im Garten zulassen
  • Hecken und Sträucher pflanzen
  • Igelhaus aufstellen

Durchgänge

  • kleine Öffnung im Zaun (ca. 10 x 10 cm)
  • beine bodendichten Barrieren

Gefahren vermeiden

  • kein Gift oder problematisches Schneckenkorn
  • Netze und Schächte sichern
  • Ausstiegshilfe bei Teich oder Pool

Nahrung

  • Insektenfreundlich gärtnern
  • keine Milch füttern
  • nur geeignetes Igelfutter bei Bedarf