Neumünster. Zwischen Tradition und Energiewende: Freisprechung und Einschreibung unterstreichen die Bedeutung des Berufs für die Klimaziele.Mit festlichen Worten und großem Stolz hat die Innung der Sanitär- und Heizungstechnik Neumünster am Donnerstag, 12. Februar, im Restaurant „Johann und Amalia“ in der Stadthalle Neumünster ihre Freisprechung gefeiert. Obermeister Mark Blunck enthob dabei elf junge Handwerker feierlich aus ihren Lehrlingspflichten und erhob sie in den Gesellenstand.
Traditionell verbindet die Innung die Freisprechung mit der Einschreibungsfeier. In diesem Jahr konnten 29 neue Lehrlinge begrüßt werden. „So viele hatten wir lange nicht. Das gibt große Hoffnung“, sagte Blunck. Die angehenden Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik haben im August begonnen und bereits ein halbes Jahr ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung absolviert.
Mit Hand und KI in die Zukunft „Das Handwerk ist ein Beruf mit Stolz, Tradition und Zukunft“, betonte der Obermeister. Schon in der Antike hätten Handwerker beeindruckende Bauwerke geschaffen, im Mittelalter das Leben in den Städten geprägt. Heute spiele das Gewerk eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Klimaziele. „Ihr geht in einen vielfältigen und zukunftssicheren Beruf. Ihr seid hochqualifiziertes Fachpersonal. Der Facharbeitermangel ist eine große Chance für euch.“ Im Handwerk sei niemand allein, man sei Teil einer starken Gemeinschaft. Und mit einem Augenzwinkern stellte er fest: „Die KI kann kein Waschbecken montieren.“
Umsetzer der Energiewende An die frischgebackenen Gesellen gerichtet, unterstrich er deren Bedeutung: „Ohne eure Arbeit gibt es kein warmes Wasser, keine klimatisierten Räume, keine installierten Wärmepumpen. Ohne euch wäre die Energiewende nicht umsetzbar.“ Sie seien die Schnittstelle zwischen Technik, Umwelt und Gesellschaft. Auch Jörg Peter Triebel von der Walter-Lehmkuhl-Schule in Neumünster bezeichnete die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik als Schlüsseltechnologie. Angesichts zahlreicher bevorstehender Betriebsaufgaben sei jede Übernahme wichtig. Ein deutliches Zeichen setzte die Veranstaltung auch für Frauen im Handwerk. „Handwerk kennt kein Geschlecht, es zählt, was ihr könnt“, betonte Blunck.
Handwerk kennt kein Geschlecht Katharina Taborsky (26) ist die einzige Frau im diesjährigen Abschlussjahrgang. Sie absolvierte ihre Ausbildung bei der Firma Spalding in Neumünster erfolgreich. „Auch Frauen können es in diesem Beruf schaffen“, sagt sie. Wichtig seien Fachwissen, Teamgeist und Freude an abwechslungsreicher Arbeit. „Ich wollte nicht im Büro sitzen – den richtigen Beruf habe ich gefunden.“
Neu eingeschrieben als einzige Frau wurde Jessica Hauke (31) aus Wasbek, die beim Schwaleservice Wasbek lernt. Nach einer begonnenen Friseurausbildung und einer Familienphase entschied sie sich für einen beruflichen Neustart bewusst im Handwerk. Heute installiert sie Heizungen, verlegt Rohre und arbeitet im Bäderbau. „Man braucht Fachwissen, Kraft und Fingerspitzengefühl im Umgang mit Kunden“, sagt sie – und ermutigt andere Frauen: „Man sollte sich trauen. Es herrscht ein kollegiales Miteinander.“
