Neumünster. Vom Aufbruch geprägt war die jüngste Sitzung (05.06.) der Synode des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein in Neumünster. So nimmt die „Zukunftswerkstatt“ an Fahrt auf. Sie entwickelt Ideen, wie der Wandel in der Kirche gestaltet werden kann. Präsentiert wurde darüber hinaus die erste Skizze für ein sogenanntes Liegenschaftswerk, das dabei helfen soll, kirchliche Immobilien zu erhalten und ertragreich zu nutzen.
Außerdem stieg die Synode bei ihrer Tagung in die Arbeit an einem Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt ein. In kleinen Gruppen widmeten sich die Synodalen der Grundlage dafür: der Risikoanalyse. Die Mitglieder hinterfragten beispielsweise, wo es in der Synode ein Machtgefälle gibt, das Grenzüberschreitungen begünstigen könnte, sie beleuchteten vor diesem Hintergrund Risiken in Alltagssituationen und überlegten, wie es gelingen kann, Beschwerden ohne Hindernisse auszusprechen.
Pröpstin Almut Witt betonte vor der Synode, wie wichtig diese Analyse für ein Schutzkonzept sei: „Gute Worte und Ideen, so schön sie auch formuliert sind, sie allein verändern nichts vor Ort. Es braucht Maßnahmen, die ganz auf die konkreten Bedingungen abgestimmt sind. Und vor allem braucht es den Austausch untereinander über die Risiken und sensiblen Punkte.“ Die Weiterarbeit an diesem Schutzkonzept übernimmt nun eine Arbeitsgruppe, die die Synode ebenfalls eingerichtet hat.
Die Zukunftswerkstatt gibt es in Ansätzen bereits seit März. Bei der Tagung in Neumünster komplettierten die Synodalen das 13-köpfige Team und wählten noch fehlende Mitglieder. Es sind dies aus der Kirchengemeinde Brügge Hans-Hermann Dube, die Pastorin Maria Paschen (Friedensgemeinde Kiel) und Kerrin Schöne (Matthias-Claudius-Gemeinde Kiel). Vom ersten Treffen der Zukunftswerkstatt berichtete Synodenpräses Prof. Dr. Jutta Lüttges im Plenum. Die Mitglieder seien mit sehr viel Begeisterung dabei, Ideen und Pläne für die Zukunft der Kirche zu sammeln. Die Gruppe „Gottesdienst: Profile und Formate“ habe zum Beispiel einen regionalen Kirchentag ins Spiel gebracht. Weitere Gruppen beschäftigen sich damit, wie Hauptamtliche entlastet, die Kommunikation verbessert und kirchliche Strukturen den besten Nutzen bringen können.
Auf großes Interesse stieß in der Synode die Idee für ein sogenanntes Liegenschaftswerk. Jan-Nikolas Sontag machte für den Bauausschuss einen ersten Aufschlag. „Wir würden gerne einen Prozess in Gang setzen, der möglicherweise in künftigen Synoden in Beschlüsse münden kann“, formulierte er vorsichtig.
Konkret könnte die Arbeit eines Liegenschaftswerkes so aussehen: Eine Kirchengemeinde möchte sich von einem Gebäude, das nicht mehr gebraucht wird, trennen. Daraufhin entwickeln Fachleute Pläne, wie die Immobilie oder das Grundstück künftig genutzt werden kann, und setzen diese Pläne in die Tat um. Sie bauen um, sanieren oder errichten ein neues Gebäude. Die Ergebnisse könnten beispielsweise Wohnungen sein, eine kulturelle Einrichtung oder auch adäquater Raum für die Kirchengemeinde. „Ziel ist, langfristig Vermögen aufzubauen und Erträge zu generieren, die dann für die kirchliche Arbeit eingesetzt werden“, stellte Sontag klar. Für den Fall, dass die Synode diese Idee weiterverfolgen wolle, könne ein funktionierendes Liegenschaftswerk ab dem Jahr 2029 in Bewegung kommen.
Last but not least wählte die Synode Menschen aus ihren Reihen in zwei Gremien. Zum stellvertretenden Mitglied des Finanzausschusses bestimmten sie Pastorin Anna-Lena Koepke, die in der Klinikseelsorge arbeitet. Neu im Umweltausschuss sind nun aus der Kirchengemeinde Boostedt Dr. Cay Nebendahl und Uta Birkenstock, Mitarbeiterin der Thomasgemeinde in Kiel-Mettenhof.
Foto: Wahlen zur Zukunftswerkstatt, dem Finanzausschuss und dem Umweltausschuss standen auf der Tagesordnung der Synodentagung in Neumünster
