Nach den Sommerferien kommt der Arbeitsmarkt saisonal wieder in Bewegung. Die Arbeitslosigkeit ist im September zurückgegangen. Die Unternehmen meldeten wieder mehr Stellen. Die Beschäftigungsentwicklung erreicht den Wendepunkt. 

Nach den Sommerferien zeigt sich im Kreis Segeberg die übliche Herbstbelebung am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im September gesunken. Gleichzeitig liegt sie weiterhin über dem Vorjahresniveau. Insgesamt waren 8.332 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 262 weniger als im August, aber 289 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,1 Prozent. 

„Der September bringt wie in den vergangenen Jahren eine saisonale Entlastung für den Arbeitsmarkt. Viele junge Menschen starten nach den Sommerferien in eine Ausbildung, ein Studium oder eine berufliche Qualifizierung. Auch die Unternehmen stellen nach der Urlaubszeit vermehrt ein. Die Herbstbelebung reicht jedoch derzeit nicht aus, um die Arbeitslosigkeit auf das Vorjahresniveau zurückzuführen“, erklärt Michaela Bagger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Elmshorn. 

Mit 636 Arbeitsaufnahmen konnten mehr Personen als im Vormonat ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden (August: 534). Zudem starteten 516 Personen in eine Ausbildung oder Qualifizierung (August: 413). 

Besonders ist die Zahl der jüngeren Arbeitslosen zwischen 15 und 24 Jahren gesunken. Sie ging im September um 17,0 Prozent auf 761 Personen zurück. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe liegt derzeit bei 4,8 Prozent und damit unter der allgemeinen Quote. 

Die Stellenmeldungen der Unternehmen haben sich im September positiv entwickelt. Vor allem Fachkräfte sind weiterhin gefragt. Der Bestand an offenen Stellen bleibt jedoch weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres. 

Die meisten Stellenangebote gab es im Kreis Segeberg in der Fertigung, der Logistik, im Gesundheitswesen und im Handel. Saisonal können jetzt in einzelnen Branchen zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen, dazu zählen beispielsweise die Lebensmittelproduktion und der Versandhandel, die sich auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft vorbereiten. 

„Viele Unternehmen sehen sich vor wirtschaftlichen Herausforderungen und können zusätzliche Beschäftigung nicht ohne Weiteres aufbauen. Dennoch gibt es auch in dieser Situation Chancen für Arbeitsuchende. Wer regional flexibel ist und sich gegebenenfalls auch beruflich neu orientiert, kann sich zusätzliche Möglichkeiten erschließen. Wir unterstützen sowohl Arbeitsuchende als auch Unternehmen dabei, passende Lösungen zu finden“, sagt Michaela Bagger. 

Ein besonderes Signal kommt aus der Beschäftigungsstatistik. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Segeberg ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent zurückgegangen (Datenstand jeweils 31. März). Damit könnte der Zenit des Beschäftigungswachstums im Kreis Segeberg überschritten sein. 

In einigen Bereichen wie Sozial- und Gesundheitswesen, Dienstleistungsgewerbe und Verwaltung ist die Beschäftigtenzahl noch gewachsen. Weniger Menschen arbeiten vor allem in den Bereichen Handel, Kfz-Gewerbe, Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe und in der Arbeitnehmerüberlassung. 

Die Zahl der deutschen Beschäftigten ging um 1.039 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Dementgegen ist die Zahl der ausländischen Beschäftigten um 490 gestiegen, aber der Zuwachs konnte den Rückgang bei den Deutschen nicht ausgleichen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der deutschen Beschäftigten über die nächsten Jahre weiter zurückgehen. 

„Die Beschäftigung entwickelt sich je nach Branche und Berufsfeld unterschiedlich. Strukturwandel und technologische Entwicklungen verändern die Anforderungen an die Beschäftigten und die Unternehmen. Umso wichtiger ist die berufliche Aus- und Weiterbildung, damit Arbeitskräfte auch künftig gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben“, betont Michaela Bagger. 

Aktuelle Daten im Kreis Segeberg 

  • Die Arbeitslosenzahl ist zum Vormonat um 262 Personen auf 8.332 Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 289 Personen höher. 
  • Die Arbeitslosenquote ist von 5,3 Prozent im Vormonat auf 5,1 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr hatte sie 5,0 Prozent betragen.
  • 98.864 Menschen waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Rückgang um 549 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat. (aktueller Datenstand 31.03.2026) 
  • Die Unternehmen gaben im letzten Monat 508 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 82 mehr als im Vormonat und 106 mehr als im September 2025. 

Insgesamt waren 2.143 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote (Bestand) gemeldet – neun mehr als vor einem Monat und 100 weniger als vor einem Jahr.