Henstedt. Ein großer Schritt beim geplanten Neubau des Alstergymnasiums ist getan: Die Entwurfsplanung wurde von der Politik verabschiedet, sodass die Verwaltung nun die Bauantragsstellung und die Vergabe der Bauleistungen vorbereiten kann. Auf dem Schulcampus des bestehenden Alstergymnasiums sind ein Neubau des Schulgebäudes und die Teilsanierung der bestehenden Dreifeldsporthallen geplant.
Das viergeschossige Gebäude mit fünf Baukörpern wird auf dem bestehenden Sportplatz im Nord-Osten entstehen – der Schulbetrieb kann also während der Bauphase im alten Schulgebäude ganz normal fortgesetzt werden. Im April 2027 soll Baustart sein, und in 2029 ist die Fertigstellung vorgesehen. Mit dem insgesamt rund 69 Millionen Euro kostenden Bauvorhaben tätigt die Gemeinde eine wichtige Investition in die Bildung – und somit in die Zukunft Henstedt-Ulzburgs.
"Nachdem bereits die grundsätzliche Entscheidung zum Neubau getroffen, der Standort festgelegt und in der Vorplanung aus verschiedenen Varianten unser Weg festgelegt wurde, haben wir nun mit dem Beschluss der Entwurfsplanung einen wichtigen Meilenstein bei diesem Projekt erreicht", sagt Bürgermeisterin Ulrike Schmidt. "Der Bauausschuss und der Bildungs-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss hatten in ihrer gemeinsamen Sitzung am 19. März darüber entschieden, der Finanzausschuss hatte am 23. März beraten, und der Beschluss der Gemeindevertretung erfolgte am 24. März. Unser Fachbereich ‚Grundstücks- und Gebäudemanagement' sowie die Fachplanungsbüros haben die Planungen bislang bestens erarbeitet und konnten nach dem Beschluss die nächsten wichtigen Schritte einleiten."
In den Ausschüssen gab es Diskussionen um einen zweiten Fahrstuhl in dem Gebäude. "Katja Mäckelmann hatte für den Beirat Inklusion für Menschen mit Behinderung das Thema angesprochen und gute Argumente vorgebracht", so Lars Möller, Fachbereichsleiter "Grundstücks- und Gebäudemanagement". "Da der zweite Aufzug jedoch für die Barrierefreiheit nicht erforderlich ist, der zusätzliche Nutzen in keinem Verhältnis zu den zu erwartenden Mehrkosten stand und eine Umplanung den ambitionierten Zeitplan gefährdet hätte, haben der Finanzausschuss und die Gemeindevertretung den Vorschlag mit klarer Mehrheit abgelehnt."
Wie er erklärt, ist Barrierefreiheit ein wichtiges Thema beim geplanten Neubau. "Ein Beispiel: Das Gebäude wird schon heute mit möglichst niedrigen Türschwellen mit nur einem Zentimeter Höhe ausgestattet – das ist weniger, als die aktuelle Norm es vorsieht", sagt Lars Möller.
Eine wesentliche Veränderung gegenüber der Vorplanung ist, dass das Alstergymnasium nicht an ein zentrales Nahwärmenetz angeschlossen wird, sondern eine eigene Versorgung durch eine große moderne Wärmepumpe bekommt. "Das liegt daran, dass die Kommunale Wärmeplanung in diesem Bereich – anders als es in der Machbarkeitsstudie der Fall war – kein Potenzialgebiet sieht", erklärt der Fachbereichsleiter "Grundstücks- und Gebäudemanagement". Auch wurde noch einmal die Parkplatzsituation überarbeitet. "Ursprünglich sollten 150 Parkplätze geschaffen werden, aber auf Wunsch der Politik hat die Verwaltung die Planung angepasst, und so werden nun 183 Parkplätze – das sind also nur noch sechs weniger als aktuell", so Lars Möller, der nach der Öffentlichkeitsveranstaltung im September vergangenen Jahres eine weitere Änderung aufgenommen hat. "Von den Bürgerinnen und Bürgern kam der Wunsch, dass die Zuwegung für von Süden kommende Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger verbessert wird. So wird der Weg bei der Krambek ausgebaut, damit er auch von Radfahrenden gut genutzt werden kann", sagt er.
Die ursprünglichen Planungskosten für den Neubau lagen bei knapp 58 Millionen Euro. Da in den Vorplanungen unter anderem die Entscheidung auf eine etwas teurere Variante mit Vollverblendung des Gebäudes fiel, musste der Betrag entsprechend auf 62 Millionen Euro angehoben werden. Durch beispielsweise die Notwendigkeit der eigenen Wärmeversorgung und die Parkplatzvergrößerung werden nun 69 Millionen Euro für das Bauvorhaben eingesetzt – darin enthalten ist jedoch auch die Sanierung der Schmutzwasserkanäle. "Gegenüber der Kostenschätzung haben wir de facto lediglich eine Kostensteigerung von 3,7 Prozent und sind somit kostenstabil in dem Projekt", sagt Lars Möller. "Zudem wurden und werden verschiedene Fördermittel beantragt. Aus dem Bundesprogramm ‚Sanierung kommunaler Sportstätten' haben wir bedauerlicherweise bereits die Rückmeldung bekommen, dass darin keine Mittel mehr für die Sanierung unserer Sporthallenkomplexes übrig sind."
Foto: Bürgermeisterin Ulrike Schmidt (links) freut sich gemeinsam mit Lars Möller, Fachbereichsleiter „Grundstücks- und Gebäudemanagement“ sowie Marina Schrader. Sachgebietsleiterin „Bildung, Freizeit und Kultur“ über die beschlossene Entwurfsplanung des Alstergymnasiums. Foto: Gemeinde Henstedt-Ulzburg
