Kaltenkirchen (em) Das Familienunternehmen Dodenhof soll eine faire Chance erhalten, sich auf die veränderten Bedingungen in einem dynamischen Markt einzustellen.
Die Mitglieder des Wirtschaftsbeirates für den Kreis Segeberg der IHK zu Lübeck sprachen sich einstimmig dafür aus, „dem Möbel- und Modehaus am Standort Kaltenkirchen eine Möglichkeit zu geben, sich gesetzeskonform und in einem überschaubaren Verhältnis den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, um damit den veränderten Marktbedingungen Rechnung zu tragen“. Das sagte der Beiratsvorsitzende und IHK-Vicepräses Bernd Jorkisch. Die Empfehlung des Wirtschaftsbeirates, der sich aus Vertretern von Wirtschaft und Kommunen zusammensetzt, werde in die weitere Abstimmung der IHK einfließen. Bis Anfang April muss die IHK eine Stellungnahme als Träger öffentlicher Belange abgeben. „Grundsätzlich begrüßt der Wirtschaftsbeirat als regionales Gremium die positive wirtschaftliche Entwicklung des Hauses Dodenhof in Kaltenkirchen und will das Unternehmen als attraktiven Anbieter und starken Arbeitgeber der Region unbedingt erhalten.“
Zuvor hatte Dodenhof-Geschäftsführer Berndt Chylla dem Beirat die Pläne des Unternehmens erläutert. Die Firma mit dem Stammsitz in Posthausen bei Bremen habe sich vor 15 Jahren in Kaltenkirchen angesiedelt, nachdem ein anderes Möbelhaus sich für einen anderen Standort entschieden und die damalige Landesregierung den Hinweis für eine Ansiedlung von Dodenhof gegeben hatte. Vor einigen Jahren hat die Firma zusätzlich zum Möbelhaus ein Modehaus errichtet. „Handel ist Wandel“, so Chylla. „Unsere Kunden fragen immer häufiger nach einem Begleitsortiment wie Parfümerie und Schuhe. Wenn wir nicht mit dem Markt gehen, verlieren wir unsere Kunden.“
Von den Plänen, die Verkaufsfläche um rund 19.250 Quadratmeter zu erhöhen, sei Dodenhof bereits abgerückt. Chylla geht zurzeit von einer Flächenerweiterung von etwa 12.000 Quadratmetern aus. Durch diese Arrondierung könne das Unternehmen bis zu 100 zusätzliche Arbeitsplätze zu den bestehenden 700 Stellen schaffen. Warum ausgerechnet das Möbelhaus Dodenhof zurzeit in der öffentlichen Kritik stehe, ist Chylla nicht klar, denn auch andere Unternehmen planten Erweiterungen. „Ich wünsche mir einen fairen Umgang und die Chance, uns den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.“
Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause unterstützt das Vorhaben: „Dodenhof hat nicht auf der grünen Wiese gebaut, sondern innerhalb der Stadtgrenze.“ Die Firma sei an diesen Standort gekommen, weil die Landesregierung ihr den Hinweis auf die Ansiedlung gegeben und ihr eine Sondergenehmigung erteilt hatte. Da auch die Innenstadt von Dodenhofs Kunden profitiere, stünde die Mehrheit der Bürger und Händler der Stadt hinter den Erweiterungsplänen. „Was passiert, wenn Dodenhof sein Sortiment nicht erweitern kann, ist absehbar: Die Kaufkraft fließt ab aber nicht in andere Regionen Schleswig-Holsteins, sondern in das nahe Hamburg“, betonte der Bürgermeister.
Bernd Jorkisch erwartet ebenfalls Umsatzzuwächse für die Händler in Kaltenkirchen und Umgebung durch zusätzliche Kunden. „Wir begrüßen es sehr, dass Dodenhof bereit ist, seinen Flächenbedarf nachzujustieren und damit den Gesetzen und Auflagen der Landesplanung entgegenkommt“, so Jorkisch. Wichtig sei es, dass ein entsprechendes Vorhaben immer auch verträglich für die Städte und Gemeinden im Umfeld sein müsse und bestenfalls mit diesen abgestimmt ist. In Richtung der Landesbehörden sagte Jorkisch, dass zwar nicht alles Gewünschte automatisch möglich sein müsse. „Aber auch nicht alle Wünsche sollten automatisch unmöglich sein.“ Es sei Aufgabe der Politik, den eigenen Ermessensspielraum gegenüber einem investitionswilligen Unternehmen zielführend auszutarieren.
