Kaltenkirchen. Das Jahr ist noch längst nicht vorbei – und trotzdem wird im Rathaus bereits intensiv über das kommende gesprochen. Welche Projekte sollen umgesetzt werden? Wo wird investiert? Welche laufenden Aufgaben müssen finanziert werden? Und was kann sich die Stadt leisten?

Der Grund dafür ist die Haushaltsplanung. Sie gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Kommune und legt den finanziellen Rahmen für das kommende Jahr fest.

Was ist der städtische Haushalt eigentlich?

Vereinfacht gesagt ist der Haushalt der Finanzplan der Stadt. Darin wird festgehalten, mit welchen Einnahmen Kaltenkirchen rechnet und wofür Geld ausgegeben werden soll.

Dabei geht es um sehr viel mehr als große Bauprojekte. Auch Schulen und Kitas, Straßen und Wege, Feuerwehr, Sportstätten, Kultur, Jugendarbeit, Grünflächen, Spielplätze, Verwaltung und viele weitere kommunale Aufgaben müssen finanziert werden.

Ein erheblicher Teil der Ausgaben ist bereits durch laufende Aufgaben und Verpflichtungen gebunden. Gleichzeitig muss entschieden werden, welche neuen Vorhaben begonnen oder fortgeführt werden können.

Warum beginnt das schon im Herbst?

Ein städtischer Haushalt entsteht nicht innerhalb weniger Tage. Zunächst melden die verschiedenen Bereiche der Verwaltung ihre voraussichtlichen Bedarfe für das kommende Jahr an. Diese werden zusammengeführt, geprüft und in eine Gesamtplanung gebracht.

Dabei müssen viele Fragen beantwortet werden: Welche Einnahmen sind zu erwarten? Welche Kosten entwickeln sich anders als bisher angenommen? Welche Investitionen stehen an? Welche Projekte haben bereits politische Beschlüsse als Grundlage? Und welche finanziellen Spielräume bleiben für neue Vorhaben?

Aus all diesen Informationen entsteht der Entwurf für den Haushalt.

Und wer entscheidet darüber?

Über die Verwendung öffentlicher Mittel entscheidet nicht die Verwaltung allein. Der Haushaltsentwurf wird politisch beraten. Die Stadtvertretung setzt mit ihren Entscheidungen Prioritäten und beschließt schließlich den Haushalt.

Damit wird im Herbst an vielen Stellen bereits festgelegt, was im nächsten Jahr in Kaltenkirchen möglich sein wird.

Bürgermeister Stefan Bohlen erklärt: „Mit dem Haushalt übersetzen wir unsere Ziele für Kaltenkirchen in konkrete Zahlen. Hinter jeder Zahl stehen Aufgaben, Angebote oder Projekte für unsere Stadt. Gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit dem Geld umgehen, das uns zur Verfügung steht. Deshalb schauen Verwaltung und Politik sehr genau darauf, was notwendig ist, was wir uns leisten können und wo wir für die Zukunft investieren wollen.“

Warum ist das für Bürgerinnen und Bürger wichtig?

Der Haushalt klingt zunächst nach Zahlenkolonnen und Tabellen. Tatsächlich begegnen seine Auswirkungen den Menschen aber jeden Tag: auf dem Schulweg, auf dem Spielplatz, in der Sporthalle, bei Veranstaltungen, in der Stadtbücherei oder auf einer sanierten Straße.

Deshalb ist die Haushaltsplanung weit mehr als eine interne Verwaltungsaufgabe. Sie ist die finanzielle Grundlage dafür, wie sich Kaltenkirchen im kommenden Jahr und darüber hinaus entwickelt.

Und genau deshalb beginnt das nächste Jahr im Rathaus ein bisschen früher als im Kalender. Die entscheidende Sitzung mit der Stadtvertretung zum Haushalt 2027 ist für den 1. Dezember 2026 geplant.