Am Mittwoch, 15. April kam es um 12:56 Uhr zu einer gemeldeten Gefahrstoffreaktion im Labor eines Unternehmens im Gewerbegebiet Nettelkrögen.

Zunächst wurden die Berufsfeuerwehr Norderstedt sowie die Freiwillige Feuerwehr Garstedt mit dem Einsatzstichwort "FEU BMA" (Brandmelderanlage) alarmiert.

Bereits kurz nach dem Ausrücken verdichteten sich die Lageinformationen: Im Laborbereich war es im Rahmen eines Versuchs zu einer chemischen Reaktion mit explosiven und hochentzündlichen Stoffen gekommen. Menschenleben waren zu keinem Zeitpunkt in unmittelbarer Gefahr. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde das Einsatzstichwort durch den Einsatzleiter auf "TH G X" (Technische Hilfeleistung - Gefahrstoffe, größerer Standard) erhöht und weitere Kräfte nachalarmiert.

Im weiteren Verlauf waren neben der Berufsfeuerwehr Norderstedt, der Freiwilligen Feuerwehr Garstedt auch die Freiwilligen Feuerwehren (FF) Friedrichsgabe, Glashütte sowie die Logistikeinheit der FF Harksheide im Einsatz.

Vor Ort bestätigte sich die gemeldete Lage. Im dritten Obergeschoss eines Gebäudeteils kam es während eines Laborversuchs zu einer chemischen Reaktion eines Stoffgemisches, dessen Hauptbestandteil Butylacrylat war. Dabei entwickelte sich eine anhaltende Reaktion unter Bildung von Dämpfen sowie thermischer Energie. Das betroffene Gebäude war bereits vor Eintreffen der Feuerwehr vollständig geräumt.

Die Feuerwehr leitete umgehend umfangreiche Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen ein. Unter Einsatz spezieller Messtechnik sowie unter Atemschutz wurde der betroffene Bereich untersucht. Parallel dazu erfolgte in enger Abstimmung mit Fachpersonal des Unternehmens die Planung zur sicheren Bergung der reagierenden Stoffe.

Im weiteren Einsatzverlauf wurden vier Behältnisse mit dem reagierenden Stoffgemisch durch speziell ausgerüstete Einsatzkräfte unter erhöhten Schutzmaßnahmen geborgen und in geeignete Sicherheitsbehälter überführt.

Anschließend wurde durch den Betreiber eine chemische Neutralisation eingeleitet.

Drei Einsatzkräfte kamen im Rahmen der Maßnahmen mit dem Stoff in Kontakt und wurden vorsorglich dekontaminiert sowie rettungsdienstlich untersucht. Ein Transport in ein Krankenhaus war nicht erforderlich.

Nach Abschluss der Bergungsarbeiten wurden die betroffenen Bereiche umfangreich belüftet und messtechnisch kontrolliert. Es konnten keine gefährlichen Konzentrationen mehr festgestellt werden.

Die Einsatzstelle wurde im Anschluss an den Betreiber übergeben. Die Feuerwehr Norderstedt war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Der Einsatz war nach rund drei Stunden erfolgreich beendet.

Feuerwehr Norderstedt