Bad Bramstedt. Bei der feierlichen Freisprechung im Kaisersaal erhob Obermeisterin Monika Engling 14 Auszubildende der Friseurinnung Mittelholstein in den Gesellenstand. In ihrer Ansprache machte Monika Engling deutlich, was den Friseurberuf auszeichnet: die Verbindung von handwerklichem Können, Kreativität und der Arbeit mit Menschen.

 „Wir schneiden nicht einfach Haare. Fachwissen, Präzision und Fingerspitzengefühl gehören ebenso dazu wie die Fähigkeit, zuzuhören und Vertrauen aufzubauen. Wenn Kunden mit einem Lächeln den Salon verlassen und sagen: So habe ich es mir vorgestellt, dann wissen wir,  warum wir unseren Beruf zu lieben und diese Wertschätzung, die wir erhalten“, sagte sie.  Auch wenn sich das Friseurhandwerk stetig weiterentwickele, bleibe der Mensch unersetzlich, Monika Engling: „Zuhören, beraten, Vertrauen schaffen – das ist nicht durch Technik ersetzbar.“ Die Obermeisterin ermunterte die jungen Gesellinnen und Gesellen, sich kontinuierlich weiterzubilden, dankte den Ausbildungsbetrieben und Lehrkräften. Den jungen Handwerkern gab sie mit auf den Weg: „Sie haben etwas gelernt, mit dem Sie Menschen glücklich machen können. Seien Sie stolz.“ 

Selbstwertgefühl verleihen  Thorge Erdmann, Abteilungsleiter des Berufsbildungszentrums Norderstedt, sprach von der „Zauberkraft des Friseurhandwerks“. Friseurinnen und Friseure könnten Kunstwerke schaffen, mit Farben spielen, verfügten zugleich über Empathie und könnten neues Selbstwertgefühl schenken. Janine Florianits, Fachbereichsleiterin der Friseurausbildung an der Walter-Lehmkuhl-Schule in Neumünster, ließ die Ausbildungsjahre Revue passieren und erinnerte daran, wie vielseitig der Beruf sei: „Friseure sind Stilberater, Kreative, Menschenkenner, Kummerkasten und Psychologen. Ihr arbeitet mit Händen, Auge und Herz.“ 

Bob und Bangs  Als Jahrgangsbeste wurde die 21-jährige Lucy-Mia Limana Biehl aus Kisdorf ausgezeichnet. Sie absolvierte ihre Ausbildung im Salon von Regina Rieckmann in Bargteheide. Ihre Begeisterung für den Beruf entdeckte sie schon früh. „Ich habe meinen Freundinnen in der Freizeit immer gerne die Haare gemacht“, erzählt sie. Auf die Idee zu einem Praktikum habe ihre Mutter sie gebracht. „Ich habe unheimlich viel Spaß an meinem Beruf. Jeder Mensch ist anders, jedes Haar ist anders und die Bedürfnisse sind unterschiedlich“, sagt die junge Gesellin. Besonders gerne gestaltet sie Wellen und Hochsteckfrisuren. „Ich lasse mich einfach gerne auf die Menschen ein.“ Bei den Frisurentrends sind derzeit sogenannte „Wispy Bangs“, fransig auslaufende Ponys, beliebt. Ein Klassiker bleibe jedoch der Bob, die Innungsbeste weiß: „Ein Bob ist immer gefragt. Es gibt zahlreiche Varianten.“ 

Mehr Männer an der Schere  Auffällig war zudem, dass sich zunehmend mehr Männer für das Friseurhandwerk entscheiden. Einer von ihnen ist Saif Alhamo aus Kaltenkirchen, der ebenfalls bei Regina Rieckmann in Bargteheide ausgebildet wurde. Er ist überzeugt, dass der Beruf Zukunft hat. „Friseure werden immer gesucht werden, denn jeder braucht einen vernünftigen Haarschnitt“, so der 24-Jährige. Am liebsten arbeitet er klassisch mit Kamm und Schere, legt aber ebenso gern Dauerwellen oder bringt Haarverlängerungen an.  Bild +Text: A. Bury/Kreishandwerkerschaft MH